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Giftiges Obst und Gemüse – diese Lebensmittel sind mit Pestiziden belastet

Bevor du in der Obst- und Gemüseabteilung im Supermarkt zugreifst, solltest du genau überlegen, denn nicht alles, was gut aussieht, ist auch gesund. Den Daten der deutschen Lebensmittelüberwachung zufolge sind mehr als 55 Prozent des konventionell angebauten Gemüses und satte 80 Prozent der untersuchten Obstproben mit Pestiziden belastet.

Ob als Schutz vor Schädlingen, Krankheiten oder Unkraut – Pestizide haben im konventionellen Obst- und Gemüseanbau eine lange Tradition. Trotz der nachgewiesenen gesundheitsschädlichen Wirkung der giftigen Pflanzenschutzmittel kann in Europa eine ganze Palette an Pestiziden völlig legal versprüht werden, erklärt Manfred Santen, Chemieexperte bei Greenpeace. Dieser arbeitete mit an der Broschüre der Organisation „Essen ohne Pestizide“, die mehr als 76 Obst- und Gemüsesorten sowie die enthaltenen Pestizide mit einem einfachen Ampelsystem bewertet.

Dazu testete Greenpeace mehr als 22.000 Obst- und Gemüseproben und ließ Daten der deutschen Lebensmittelüberwachung von Experten neu bewerten. Das ernüchternde Ergebnis: Ein Großteil der getesteten Ware enthielt Pestizide.

Das bestätigen auch die jährlichen Berichte des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart (CVUA). Dieses konnte sogar bei 95 Prozent der Obstproben und 93 Prozent der Gemüseproben Rückstände über 200 verschiedenen Pestizidwirkstoffen nachweisen. Die höchste Pestizidbelastung wiesen in der Regel Zitrusfrüchte wie Mandarinen oder Orangen auf. Aber auch Tafeltrauben, Birnen, Zucchinis und Paprikas schnitten im Pestizid-Test häufig schlecht ab.

Überschreitung zulässiger Grenzen

Bei etwa 20 Prozent der Gemüse- und sechs Prozent der Obstproben stellte das CVUA eine Überschreitung der zugelassenen Höchstmenge von einem Pestizid-Wirkstoff fest – die Lebensmittel waren also so sehr durch Pestizide belastet, dass sie theoretisch nicht mehr hätten verkauft werden dürfen. Dabei handelte es sich unter anderem um Paprika aus Ungarn, Belgien und der Türkei, deutschen Grünkohl und Mango aus Peru. Auch exotische Gemüsesorten wie Chili- oder Okraschoten aus Thailand wiesen hohe Giftgehalte auf.

Gefährlicher Pestizid-Cocktail

Pestizide schädigen nicht nur den Boden und vergiften das Grundwasser; durch den Verzehr können sie außerdem das Immunsystem und den Hormonhaushalt beeinträchtigen, das Nervensystem schädigen oder gar Krebs auslösen. Besonders kleine Kinder, Schwangere und Kranke gelten als gefährdet.

Dabei ist nicht nur der Giftgehalt allein ausschlaggebend dafür, wie stark gesundheitsschädlich die Pestizidbelastung ist – durch den Einsatz verschiedener Wirkstoffe entstehen regelrechte Pestizid-Cocktails, sogenannte Mehrfachrückstände, die sich gegenseitig beeinflussen und so zu völlig neuen Gesundheitsrisiken führen können. Bei den Bewertungs- und Zulassungsverfahren durch die Behörden werden solche Kombinationseffekte in der Regel nicht berücksichtigt – und das, obwohl bei mehr als 80 Prozent der von Greenpeace getesteten Proben Mehrfachrückstände nachgewiesen werden konnten.

Um Pestizide zu vermeiden, solltest du beim Einkauf zu Lebensmitteln aus ökologischem Anbau greifen, dieser verbietet den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln.

Quellen

http://www.umweltinstitut.org/aktuelle-meldungen/meldungen/2020/pestizide/gemuese-und-obst-mit-pestiziden-belastet.html

https://www.greenpeace.de/biodiversitaet/landwirtschaft/anbau/essen-pestizide#:~:text=Im%20Obst-%20und%20Gem%C3%BCseanbau%20kann%20legal%20ein%20weites,Einsatz%20von%20Pestiziden%20schwerwiegende%20Folgen%20f%C3%BCr%20die%20Umwelt.

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