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Welchen Einfluss hat die neue E-Mobilität auf das Klima?

Welchen Einfluss hat E-Mobilität wirklich auf das Klima? Alles über Vor- und Nachteile, Klimabilanz und Nachhaltigkeit. Jetzt informieren!

04.04.2024 • 07:33 Uhr

Welchen Einfluss hat die neue E-Mobilität auf das Klima?

Was ist der Klimawandel?

Als „menschengemachter Klimawandel“ werden langfristige Veränderungen der Temperaturen und Wetterereignisse auf der ganzen Welt bezeichnet. Diese sind zum Großteil auf den übermäßigen Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlendioxid durch den Menschen zurückzuführen.

Globale Erwärmung: Welche Rolle spielt der Straßenverkehr?

Der meiste Ausstoß von CO₂ entsteht bei der Verbrennung fossiler Energieträger (Kohle, Erdöl und Erdgas). Dabei spielt der Straßenverkehr eine zentrale Rolle. Allein im Jahr 2021 wurden in der EU rund 740 Millionen Tonnen Kohlendioxid durch die Verbrennung von Kraftstoffen ausgestoßen, so das Statistische Bundesamt.

Seit 1990 sind die Emissionen im Verkehrssektor drastisch gestiegen. Der Straßenverkehr ist Anfang der 2020er laut dem Umweltbundesamt für etwa 20 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich. Wenn die Bundesrepublik bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden will, muss der Bereich „Verkehr“ grundlegend verbessert werden. Ein großer Hoffnungsträger: Elektromobilität.

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Was bedeuten klimaneutral und Co.? | Grundbegriffe erklärt

Manche Klima-Begriffe sorgen immer wieder für Verwirrung. Was bedeuten sie wirklich?

Klimafreundlich

Etwas ist „klimafreundlich“, wenn es wenig oder keinen schädlichen Einfluss auf das Klima hat. Ein klimafreundliches Produkt muss zum Beispiel einen oder mehrere nachhaltige Aspekte bei seiner Herstellung erfüllen: zum Beispiel einen geringeren Ressourcenverbrauch, weniger Emissionen oder den Einsatz von erneuerbaren Energien.

Klimaneutral

Der Begriff „Klimaneutralität“ oder auch „Netto-Null-Emissionen“ bedeutet, dass keine Treibhausgase ausgestoßen werden – oder ein Gleichgewicht zwischen CO₂-Emissionen und der Entnahme von CO₂ aus der Atmosphäre herrscht (zum Beispiel durch CO₂-Kompensation). Mit anderen Worten: Es wird nicht mehr Kohlendioxid ausgestoßen, als wieder gebunden wird. Oder es werden erst gar keine Emissionen verursacht.

Klimaschädlich

Als „klimaschädlich“ werden alle Dinge bzw. Faktoren bezeichnet, die das Klima negativ beeinflussen – zum Beispiel das Verbrennen von Kraftstoffen wie Benzin oder Diesel in herkömmlichen Motoren.

Mit E-Mobilität Klimaschutz betreiben

Eine Möglichkeit, den Verkehrssektor klimafreundlich zu gestalten, ist E-Mobilität. Da Verbrennermotoren Treibhausgase ausstoßen, sind Elektromotoren eine bessere Alternative für das Klima. Und der Trend ist hierzulande eindeutig: Elektromobilität nimmt an Fahrt auf!

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Die Umweltbilanz von Elektrofahrzeugen

Die Nachhaltigkeit von Elektroautos (auch „Stromer“ genannt) wird immer wieder angezweifelt. Schauen wir uns deshalb einmal genauer an, wie umwelt- und klimafreundlich E-Mobilität tatsächlich ist. Dafür sind mehrere Faktoren entscheidend.

Treibhausgas-Emissionen

Elektrofahrzeuge haben keinen Auspuff und stoßen während der Fahrt keine Treibhausgase aus – Null! Diesel und Benziner hingegen produzieren beträchtliche Mengen an Stickoxiden, Feinstaub und CO₂. Eine große Anzahl an Elektroautos kann sich daher in urbanen Gegenden durchaus in einer Verbesserung der Luftqualität bemerkbar machen.

Wirkungsgrad des Energieträgers

Um die Umweltbilanz eines Fahrzeugs zu bestimmen, muss auch der Wirkungsgrad der entsprechenden Antriebsart analysiert werden. Dieser sagt aus, wie viel der zugeführten Energie am Ende tatsächlich für die Fortbewegung des Fahrzeugs genutzt wird. Ein hoher Wirkungsgrad zeichnet sich dadurch aus, dass weniger Energie (z. B. als Abwärme) verloren geht und das Fahrzeug damit effizienter ist.

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Elektromotoren sind hier klar im Vorteil. Hier werden rund 69 Prozent der zugeführten Energie auch wirklich für die Fortbewegung verwendet. Zum Vergleich: Bei einem Benziner liegt der Wirkungsgrad nur bei 20 Prozent. Bei E-Fuels sogar nur bei 13 Prozent.

Lebenszyklus

Betrachten wir nun auch die Herstellung von Elektrofahrzeugen. Denn diese erzeugt tatsächlich Emissionen, vor allem die Stahlproduktion. Außerdem entsteht während der Fertigung von Batterien eine höhere Menge an Feinstaub. Dennoch bleiben Elektrofahrzeuge gemessen an ihrem gesamten Lebenszyklus klimafreundlicher als Verbrenner. Ein Stromer hat einen um insgesamt 60 Prozent geringeren CO₂-Ausstoß als ein vergleichbarer Benziner oder Diesel, wenn die Emissionen durch die Fahrzeugherstellung mit einbezogen werden.

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Was ist die Zukunft von E-Mobilität?

Erste Prognosen rechnen damit, dass im Jahr 2030 etwa 30 Prozent aller verkauften Fahrzeuge weltweit elektrisch fahren werden. Wenn dieses Ziel erreicht ist, können im genannten Jahr allein aufgrund von zunehmender Elektromobilität jeden Tag 4,6 Millionen Barrel Öl eingespart werden.

Elektrofahrzeuge in Deutschland

Im Jahr 2022 waren bereits 14 Prozent aller verkauften Fahrzeuge elektrisch. Deutschland ist hierfür europaweit der größte Markt. Im selben Jahre hatte jeder dritte Neuwagen einen Elektromotor. Anfang 2023 fuhren bereits mehr als eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen. Die Bundesregierung hofft bis 2030 auf 15 Millionen E-Fahrzeuge.

Ladeinfrastruktur für Elektromobilität

Laut dem Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur gab es in Deutschland am 1. November 2023 mehr als 90.000 Normalladepunkte und über 22.000 Schnellladepunkte. In den letzten Jahren hat sich die Landeinfrastruktur stark entwickelt. Seit 2022 arbeitet die Bundesregierung aktiv am Ladesäulen-Ausbau.

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Die Vor- und Nachteile von Elektromobilität

Führen wir uns die Vor- und Nachteile von Elektrofahrzeugen noch einmal übersichtlich vor Augen:

Vorteile

  • Hoher Wirkungsgrad und hohe Effizienz (69 Prozent)
  • Keine direkten Abgase bzw. Emissionen beim Fahren
  • Im gesamten Lebenszyklus immer noch deutlich geringerer CO₂-Ausstoß als Verbrenner
  • Rückgewinnung der Bremsenergie
  • Leise Motoren
  • Keine erhöhe Brandgefahr für Insassen
  • Immer mehr Reichweite und Lademöglichkeiten
  • Weniger laufende Kosten durch geringeren Verschleiß und weniger reparaturanfällige Teile

Nachteile

  • Verhältnismäßig hoher Anschaffungspreis
  • Hohes Gewicht der Batterien
  • Herstellung von Batterien ist ressourcenaufwendig
  • Antrieb nur nachhaltig, wenn der Strom aus erneuerbaren Energien kommt
  • Allgemeiner Strombedarf steigt durch Elektromobilität
  • Ladevorgänge dauern länger als das Tanken von Benzin oder Diesel

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