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Lexikon zur Elektromobilität: L wie Laden

Das Thema Elektromobilität wird in Deutschland immer wichtiger. GoinGreen erklärt Euch wichtige Bereiche in einem E-Lexikon. Diesmal: L wie Laden.

München – Schon einmal etwas vom bidirektionalen Laden gehört? Oder von der Ladesäulenverordnung? Oder hat jemand eine Ahnung, was der Unterschied zwischen Ladesäule und Ladepunkt ist?


GoinGreen erklärt Euch wichtige Bereiche der Elektromobilität in einem E-Lexikon. Diesmal: L wie Laden.

Laden: Das Tanken der Elektroautos. Leider immer noch nicht überall so problemlos möglich wie für Verbrennerautos an Tankstellen. Vorteil: Über eine Wallbox kann man das E-Auto auch Zuhause aufladen, per Ladesäule theoretisch auch beim Arbeitgeber. Ja, und an Ladestationen auch deutschlandweit, doch das System ist noch kompliziert und ausbaufähig.

Laden, bidirektionales: Ein Elektroauto als Stromspeicher? Das geht, denn beim bidirektionalen Laden kann das Auto nicht nur Strom aufnehmen, sondern auch abgeben, dabei wird das Zwischenspeichern von eigenem Photovoltaik-Strom möglich gemacht. Die Batterie eines Audi e-tron könnte zum Beispiel ein Einfamilienhaus rund eine Woche autark mit Energie versorgen. Das bidirektionale Laden zu Hause kann die Stromkosten senken und die Netzstabilität erhöhen.

Laden, induktives: Oder auch kabelloses Laden. Kennt man heute von seinem Handy, das einfach nur noch auf eine Ladestation gelegt werden muss. Es wird daran gearbeitet, dass diese Technologie auch beim E-Auto funktioniert, denn noch ist das Zukunftsmusik.

Ladeleistung: Die elektrische Leistung, gemessen in Kilowatt (kW), mit der eine Batterie geladen wird. So leistet eine Haushaltssteckdose zum Beispiel 3,5 kW, eine Ladesäule oder Wallbox 10 bis 22 kW, eine Schnelladesäule bis 50 kW und ein Tesla Supercharger 120 kW. Die Ladeleistung ist ein wichtiges Kriterium für die Ladezeit.

Ladepunkt: Ein Ladepunkt ist die Lademöglichkeit für jeweils ein Elektrofahrzeug. Eine Ladestation verfügt normalerweise über mehrere Ladepunkte.

Ladestation/-säule: Die “Stromtankstelle”, wenn man so will, denn sie ähnelt einer konventionellen Zapfsäule. Sie bietet die Möglichkeit, das E-Auto über eine Steckdose, ein Kabel und ein Ladegerät aufzuladen. In der Regel kostet das Tanken des Stroms Geld, das System zur Bezahlung ist aber unübersichtlich und kompliziert, was bereits zu massiver Kritik geführt hat. Außerdem ist die Infrastruktur noch im Aufbau, in Deutschland gibt es noch zu wenige Ladesäulen, um die Elektromobilität nachhaltig zu fördern.

Ladesäulenverordnung: Seit März 2016 werden damit in Deutschland die technischen Mindestanforderungen an Stromtankstellen geregelt, um für einen schnelleren Ausbau und Rechtssicherheit zu sorgen. Gleichzeitig werden Anforderungen an die Betreiber öffentlicher Ladepunkte gestellt.

Ladestecker: Zwei Arten gibt es, ein Auto zu laden: Zum einen über den Wechselstrom (AC), oder aber über den Gleichstrom (DC). Dafür benötigt man die richtigen Stecker. In Europa und damit auch in Deutschland sind der Typ-2-Stecker (AC-Laden) und der CCS-Stecker (DC-Laden) Standard. Für ältere Fahrzeuge, die noch mit einem Typ-1-Anschluss ausgestattet sind, gibt es entsprechende Adapterkabel.

Ladetarif: Eine riesige Baustelle beim Ausbau der Infrastruktur, denn die E-Auto-Besitzer finden an den diversen Ladesäulen einen wahren Tarif-Dschungel vor. Für die Zahlung des Stroms gibt es unzählige Möglichkeiten wie eine Ladekarte, eine Smartphone-App, Kreditkarte oder EC-Karte, dazu feste Tarife ebenso wie Flatrate- oder auch Roaming-Tarife.

Die Preise sind so unterschiedlich wie die Abrechnungsarten. In einer Galerie zeigen wir diverse Anbieter in Deutschland mit ihren Bezahl- und Abrechnungsverfahren.

Ladezeit: Sie hängt neben der maximal möglichen Ladeleistung auch von der Batteriekapazität des Fahrzeugs (in kWh) ab. Bedeutet konkret: Wenn man eine Batterie mit einer Kapazität von 24 kWh an einer Haushaltsteckdose auflädt, würde das rund sieben Stunden dauern, mit einem Supercharger knapp zehn Minuten. Um die Ladezeit zu berechnen, muss die Batteriekapazität durch die Ladeleistung geteilt werden.

Wallbox: Die “Tankstelle” für zu Hause. Mit der Wallbox als Wandladestation kann das E-Auto in der eigenen Garage aufgeladen werden, und das nicht nur bequem über Nacht, sondern unter anderem durch Sicherheitsvorkehrungen bei den Geräten auch sicher. Sie bieten bis zu 22 kW Ladeleistung an. Hier gibt es eine Übersicht über verschiedene Ladearten. Wie man sein Zuhause aufrüstet, haben wir hier erklärt.


Bildquelle: imago images/JOKER