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Nachhaltiger Schmuck: so kaufst du umweltbewusst Schmuck

Schlicht oder auffällig, handgefertigt als Urlaubssouvenir oder mit Diamanten verziert vom Juwelier – Schmuck ist so vielfältig und individuell wie die Menschen, die ihn tragen. Doch leider ist nicht alles (nachhaltiges) Gold, was glänzt: hinter den Edelmetallen und glitzernden Schmucksteinen verbirgt sich oft eine umweltschädliche und ausbeuterische Rohstoff-Gewinnung. Wir zeigen dir, worauf du achten kannst, wenn du nachhaltigen Schmuck kaufen möchtest.

Fair gehandelt: Fair-Trade-Schmuck

Es ist kein Geheimnis, dass es bei der Gewinnung wertvoller Ressourcen oft alles andere als sauber zugeht. Gerade bei der Gewinnung von Edelmetallen kommen häufig umweltschädliche Stoffe wie Blei, Quecksilber oder Arsen zum Einsatz. Dazu kommen die katastrophalen Arbeitsbedingungen der Kleinschürfer, deren Atemwege durch den Staub beim Abbau geschädigt werden und die bei Sprengungen im Stollen regelmäßig ihr Leben riskieren. Nicht selten befeuern die wertvollen Rohstoffe gewalttätige Konflikte.

Wer nicht auf Schmuck verzichten, aber sichergehen will, dass er keine umweltschädlichen Abbaumethoden und menschenverachtenden Arbeitsbedingungen unterstützt, sollte auf Fairtrade-Schmuck setzen. Das bekannte Fairtrade-Siegel Fairtrade International zertifiziert seit einigen Jahren auch Gold- und Silberprodukte und garantiert so faire Arbeitsbedingungen und Vergütungen für die Minenarbeiter sowie die Einhaltung von Umweltstandards.

Faire Edelsteine

Auch bei Edelsteinen lohnt es sich, auf eine faire Produktion zu achten. Denn trotz eines steigenden Bewusstseins für die Problematik, die mit den wertvollen Schmucksteinen einhergeht und strengerer Kontrollen stammen nach wie vor viele Edelsteine vom Schwarzmarkten, wo sie zusammen mit gefälschten Zertifikaten verkauft wurden. Noch gibt es kein Fairtrade-Siegel für Edelsteine. Im Zweifelsfall solltest du deshalb bei deinem Juwelier nachfragen oder dich online informieren.

Aus alt mach neu: recycelte Edelmetalle und Second-Hand-Schmuck

Noch besser als Fairtrade-Schmuck schneiden aus ökologischer Sicht jedoch recycelte Edelmetalle ab. Du hast noch ein paar alte Ketten und Ringe von deiner Oma, die überhaupt nicht zu deinem Stil passen? Viele Goldschmiede und Juweliere bieten ihren Kunden an, alten Schmuck einschmelzen und zu neuen Stücken verarbeiten zu lassen.

Vintage-Liebhaber werden hingegen in Second-Hand-Läden und bei Anbietern fündig, die sich auf den Verkauf von gebrauchtem Schmuck spezialisiert haben. Oft finden sich hier einzigartige Designerstücke zu unglaublichen Schnäppchenpreisen.

Noch mehr Tipps für den nachhaltigen Schmuckkauf

  • Öko-Gold aus der Region: Öko-Gold wird ohne den umweltschädlichen Einsatz von Chemikalien aus Flüssen gefiltert oder geschürft.
  • Nachfragen: Um sicherzugehen, dass es sich bei deinem neuen Accessoire um fairen Schmuck handelt, frage beim Juwelier nach, woher die verwendeten Rohstoffe kommen. So hilfst du auch dabei, Händler für das Interesse an nachhaltig produziertem Schmuck zu sensibilisieren.
  • Schmiedekurse: Du bist auf der Suche nach einem einzigartigen Schmuckstück oder einem großartigen Geschenk für einen kreativen, handwerklich begabten Menschen? In fast jeder größeren Stadt werden Goldschmiedekurse angeboten, in denen du dir Schmuck unter Anleitung selbst anfertigen kannst. Erkundige dich vorher, welche Kursanbieter faire Rohstoffe verwenden.
  • Alternatives Material: Es muss nicht immer Gold oder Silber sein – schöne Schmuckstücke aus nachhaltigen Materialien wie Holz, Stoff, Leder, Steinen, Perlen, Glas oder sogar recyceltem Plastik findest du zum Beispiel in Geschäften für Eco-Fashion, Weltläden oder auf Kunsthandwerkermärkten.

Quellen

https://blog.gonature.de/nachhaltig-leben/schmuck-nachhaltig-kaufen/

https://utopia.de/ratgeber/schmuck-kaufen/

Bild

stock.adobe.com / New Africa