Folge uns auf Instagram
Zur Übersicht

Worin ist Mikroplastik enthalten und wie du es vermeiden kannst

Plastik schadet der Umwelt. Das ist schon längst kein Geheimnis mehr. Jährlich entstehen Unmengen an Plastikmüll, der auf riesigen Mülldeponien oder – im schlimmsten Fall – im Meer landet. Die weltweite Plastikflut ist nicht mehr zu übersehen. Oder doch? Winzige Mikroplastik-Partikel entstehen schneller als gedacht – und verändern langsam unser Ökosystem. Hier erfährst du, was Mikroplastik eigentlich ist und wie du es am besten vermeidest.

Was ist Mikroplastik?

Als Mikroplastik werden alle festen Kunststoff-Teilchen bezeichnet, die kleiner als fünf Millimeter sind. Viele der Teilchen sind jedoch so klein, dass man sie mit bloßem Auge kaum erkennen kann. Jedes Jahr gelangen rund 3,2 Millionen Tonnen Mikroplastik in die Umwelt. Knapp die Hälfte davon landet im Meer.

Wie entsteht Mikroplastik?

Ein Großteil des Mikroplastiks entsteht, wenn sich Produkte aus Plastik zersetzen – sei es durch UV-Strahlung, Temperaturschwankungen, Bakterien, Salz oder Reibung. Ein Drittel des Mikroplastiks in Deutschland entsteht beispielsweise durch den mechanischen Abrieb von Autoreifen. Bei Mikroplastik, dass durch die chemische, physikalische oder biologische Zersetzung von größeren Plastikteilen zustande kommt, spricht man von sekundärem Mikroplastik.

Allerdings werden die kleinen Plastikpartikel zum Teil auch ganz bewusst zur Herstellung verschiedener Produkte verwendet, wie zum Beispiel in kosmetischen Peelings, Reinigungsmitteln oder Zahnpasta. In diesem Fall spricht man von primärem Mikroplastik.

Ist Mikroplastik gefährlich?

Mikroplastik ist mittlerweile fast überall: im Boden, im Wasser, in der Luft. Auch in der Nahrungskette sind die kleinen Partikel mittlerweile angekommen. Die Kunststoffteilchen wurden bereits in einer Vielzahl von Lebewesen nachgewiesen, von Insekten über Muscheln und Würmer bis hin zu Vögeln und Säugetieren. Oft verursachen die enthaltenen Schadstoffe bei den Tieren Organschäden oder Entzündungen.

Auch wir Menschen nehmen Mikroplastik auf, beispielweise über die Luft, Meeresfrüchte oder Mineralwasser. Welche Auswirkungen das auf unsere Gesundheit hat, ist bisher noch unbekannt.

Mikroplastik im Alltag vermeiden

Mikroplastik ist in zahlreichen Gebrauchsgegenständen enthalten, die viele von uns tagtäglich benutzen. Wir zeigen dir, in welchen Produkten sich Mikroplastik befindet – und wie du es am besten vermeiden kannst:

Mikroplastik im Müll

Die offensichtlichste Quelle für Plastikmüll sind natürlich Verpackungen und Einmalprodukte aus Plastik. Vermeide diese, so gut es geht, zum Beispiel durch den Einkauf in Unverpackt-Läden. Durch sorgfältige Mülltrennung kannst du außerdem die Sortierung und das Recycling von Plastikmüll vereinfachen. Plastiktüten oder -verpackungen gehören beispielsweise auf keinen Fall auf den Biomüll – auch wenn sie als „kompostierbar“ oder „biologisch abbaubar“ bezeichnet werden.

In vielen Städten finden sich außerdem gemeinsame Müllsammelaktionen, an denen du dich beteiligen kannst. Indem du den Plastikmüll aus der Natur entfernst und fachgerecht entsorgst, verhinderst du, dass noch mehr der kleinen Plastikteilchen in unser Ökosystem gelangen.

Mikroplastik in Kosmetik

Kunststoffpartikel befinden sich in einer Vielzahl von Kosmetikprodukten und werden zum Beispiel als Füll-, Schleif- oder Bindemittel verwendet. Die Mikroplastik-Liste vom BUND oder die App CodeCheck helfen dir dabei, Kosmetika mit Mikroplastik zu identifizieren.

Mikroplastik in Textilien

Eine weitere, unerwartete Mikroplastikquelle sind Textilien. In diesen ist Kunststoff häufig in Form von Polyester oder Nylon enthalten. Beim Waschen lösen sich kleine Kunststoffpartikel und gelangen so ins Grundwasser. Aus diesem Grund solltest du beim Kauf eher auf natürliche Stoffe wie Wolle, Leinen oder Baumwolle setzen und Kleidung aus Synthetikfasern so selten wie möglich waschen. Eine volle Waschmaschine hilft, beim Waschen von Kleidungsstücken mit Kunststoffanteil die Anzahl an Mikroplastikpartikeln zu verringern, da so die Reibung an der Kleidung reduziert wird.

Mittlerweile kannst du außerdem spezielle Mikroplastik-Filter für die Waschmaschine kaufen, welche die kleinen Plastikteilchen aus dem Abwasser der Waschmaschine filtern.

Quellen

https://www.br.de/radio/bayern1/inhalt/experten-tipps/umweltkommissar/wo-ist-mikroplastik-drin-100.html

https://www.wwf.de/themen-projekte/plastik/mikroplastik

https://www.wwf.de/aktiv-werden/tipps-fuer-den-alltag/tipps-zur-plastikvermeidung/tipps-zur-vermeidung-von-mikroplastik#:~:text=Mikroplastik%20im%20M%C3%BCll%201%20Vermeiden%20Sie%20unn%C3%B6tige%20Verpackungen,prinzipiell%20unn%C3%B6tige%2C%20unn%C3%B6tig%20aufw%C3%A4ndige%20oder%20gro%C3%9Fe%20Verpackungen%20auffallen.

Bild

stock.adobe.com / DisobeyArt