Klimawandel: Das Great Barrier Reef zeigt das ganze Dilemma

Das Great Barrier Reef vor der Ostküste Australiens werde nicht genug geschützt, moniert die UNESCO. Die Lage des weltberühmten Korallenriffs veranschaulicht die Gefahren und Auswirkungen des Klimawandels sehr deutlich.

01.12.2022 • 09:31 Uhr

Klimawandel: Das Great Barrier Reef zeigt das ganze Dilemma

Das weltberühmte Great Barrier Reef im Nordosten Australiens ist gefährdet. So sehr, dass die UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) das Korallenriff als gefährdet einstufen möchte. Denn das Riff sei „deutlich durch Klimawandel-Faktoren beeinträchtigt", erklärten Eleanor Carter von der Umweltorganisation IUCN (International Union for Conservation of Nature) und UNESCO-Vertreter Hans Thulstrup in einem Bericht.

Die Fähigkeit des Riffs vor der Küste Queenslands, sich von den Auswirkungen der Erderwärmung zu erholen, sei „substanziell beeinträchtigt", hieß es weiter. Das Great Barrier Reef zählt seit 1981 zum UNESCO-Welterbe. Durch die Einstufung als gefährdet könnte es diesen Status verlieren. Laut UNESCO gibt es im Moment 218 zum Weltnaturerbe gehörende Stätten, 16 davon sind aktuell gefährdet.

Klimawandel: Immer häufiger schwere Korallenbleichen

Korallenriffe werden als „Regenwälder der Meere" bezeichnet, denn sie haben einen enormen Einfluss auf die Nahrungskette im Meer, den Nähr- und Kohlenstoffkreislauf im Ozean. Korallenriffe sind durch eine Vielzahl von menschlichen Einflüssen bedroht, darunter Überfischung, direkte mechanische Beschädigung, Sedimentation und Ozeanversauerung“, warnen Forscher.

Die konkrete Gefahr im Fall des Great Barrier Reef: Das Riff ist immer häufiger schweren Korallenbleichen ausgesetzt, was bei zu hohen Wassertemperaturen passiert. Dann werden die für die Färbung sorgenden Algen abgestoßen. Zum Great Barrier Reef gehören rund 1.500 Fisch- und 4.000 Weichtierarten, 2500 verschiedene Riffe und mehr als 900 Inseln.

Seit 2016 wurde das Riff durch drei Korallenbleichen schwer geschädigt. Zuletzt hieß es im Mai, dass 91 Prozent der Korallen des Riffs durch Korallenbleichen geschädigt worden seien.

Klimawandel: Korallen können sich erholen

Die gute Nachricht: Die Korallen können sich wieder erholen. Allerdings nur, wenn sich die Rahmenbedingungen verbessern.

Die schlechte Nachricht: Die Bedingungen drohen noch schlechter zu werden. Im Moment liegt die globale Mitteltemperatur bei ungefähr 1,1 Grad, Wissenschaftler warnen, dass 1,5 Grad bis 2030 traurige Realität werden können. Bei dieser Temperatur überleben demnach nur rund 10 bis 30 Prozent der Korallen. Wird ein sogenannter Kipppunkt des Klimas erreicht, ist die Entwicklung zudem in der Regel nicht mehr umkehrbar.reef2.jpg

Klimawandel: „Pflaster auf ein gebrochenes Bein"

Die australische Regierung hatte im Januar angekündigt, in den kommenden neun Jahren insgesamt eine Milliarde australische Dollar (umgerechnet 649 Millionen Euro) in Maßnahmen zum Erhalt des einzigartigen Ökosystems zu investieren. Die Organisation Climate Council erklärte, dies sei so, als ob man „ein Pflaster auf ein gebrochenes Bein" klebe.

Quellen:

https://whc.unesco.org/en/list/?&type=natural

https://www.tagesschau.de/wissen/klima/great-barrier-reef-weltnaturerbe-titel-101.html