Friedensnobelpreis: Greta Thunberg und Jared Kushner sind nominiert

Es klingt fast wie ein Treppenwitz: Neben Klimaaktivistin Greta Thunberg, der WHO und Alexej Nawalny ist auch Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner für den Friedensnobelpreis 2021 nominiert. Es ist nicht das erste Mal, dass zeitgenössische politische Wirren und Opportunität den Friedensnobelpreis in Misskredit bringen.

Friedensnobelpreis: Greta Thunberg und Jared Kushner sind nominiert

Kushner für Nahost-Verhandlungen nominiert

Jared Kushner, der in der Regierung Trump eine sehr aktive Rolle spielte, wurde für den Friedensnobelpreis nominiert, da er als Vermittler bei Vertragsunterzeichnungen zwischen Israel einerseits und den Vereinten Arabischen Emiraten, Bahrain, dem Sudan und Marokko andererseits diente.

Jedoch sehen viele die Nominierung skeptisch, da die Vertragsparteien bereits im Vorfeld diplomatische Beziehungen zueinander unterhalten hatten und das Verhältnis keineswegs kriegerisch angespannt gewesen war. Es erweist sich wieder einmal, dass politisches Kalkül und gesellschaftliche Verbindungen (so wurde Kushner durch Trumps Anwalt Awi Berkowitz nominiert) die Entscheidungsfindung beim Friedensnobelpreis in obskurer Weise beeinflussen.

Historisch kein Einzelfall

Schon in der Vergangenheit glänzten einige Entscheidungen rund um den Friedensnobelpreis nicht gerade mit Feingefühl. So gewann Mahatma Ghandi, der in Indien einen friedlichen Aufstand gegen die koloniale Unterdrückung ins Leben rief, niemals diese Auszeichnung. Obwohl er mehrfach nominiert war.

Demgegenüber war Adolf Hitler 1939 (pikanterweise das Jahr des Ausbruchs des 2. Weltkriegs) für den Friedensnobelpreis nominiert worden. Auch wenn dies im Rahmen einer politischen Protestaktion durch den schwedischen Reichstagsabgeordneten Erik Brandt geschehen und somit eine bewusste Provokation war. Doch allein, dass dies formal möglich war, lässt aufhorchen. Aktivistinnen wie Greta Thunberg oder Organisationen wie die WHO zu nominieren, ist jedoch der Standard.

Quelle:

https://www.fr.de/politik/jared-kushner-friedensnobelpreis-usa-donald-trump-israel-nominierung-90188193.html

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