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Wie sinnvoll ist Ökostrom? Gründe für den Wechsel

Bei der Auswahl eines empfehlenswerten Ökostromtarifs ist dessen Zertifizierung entscheidend. Erfahre hier, worauf du achten solltest.

Ist ein Ökostromtarif sinnvoll?

Über zwei Drittel der befragten Verbraucherinnen und Verbraucher haben bei einer Umfrage des Verbraucherzentrale-Bundesverbandes im September und Oktober 2019 angegeben, Ökostrom sei für sie bei der Auswahl eines neuen Energieanbieters „sehr wichtig“ oder „eher wichtig“. Doch was verbirgt sich hinter Ökostrom und worauf ist bei der Wahl des passenden Anbieters zu achten?

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Was ist Ökostrom eigentlich?

Unter Ökostrom wird gemeinhin Strom verstanden, der vollständig aus erneuerbaren Energien stammt. Ökostrom wird in Wind- und Wasserkraftwerken gewonnen oder er stammt aus Biogas- oder Fotovoltaik-Anlagen. Während in Skandinavien und in den Alpen-Ländern der Wasserkraft eine besondere Bedeutung zukommt, profitieren die Länder Südeuropas von der intensiven Sonneneinstrahlung. In Mitteleuropa setzt sich Ökostrom überwiegend aus einem Mix von Strom aus Windkraftwerken und Solarstrom zusammen.

Was bekomme ich, wenn ich Ökostrom kaufe?

Wenn du dich für einen Ökostrom-Tarif entscheidest, bedeutet das nicht, dass aus deiner Steckdose auch tatsächlich ökologisch produzierter Strom kommt. Vielmehr muss der Anbieter des Ökostromtarifs Herkunftsnachweise kaufen. Damit belegt er, dass er bei Energieerzeugern, die über entsprechende Ressourcen verfügen, eine bestimmte Menge Ökostrom eingekauft hat. Das kann beispielsweise der Betreiber eines Windkraftwerkes oder einer Solarfarm sein. Der Strommarkt ist international und dementsprechend erstrecken sich die Stromnetze über Landesgrenzen hinweg. Ein Teil der Stromanbieter bietet auch Tarife an, die Strom aus regionaler Produktion vermarkten. Als Strom aus der Region darf nur Strom bezeichnet werden, der im Umkreis von 50 Kilometer um die Verbrauchsstelle des Stromkunden erzeugt wurde.

Info: Das Angebot an Ökostrom aus deutscher Produktion ist überschaubar. In Deutschland wird der Ausbau der erneuerbaren Energien im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) gefördert. Strom, der über dieses Gesetz gefördert wird, darf nicht gesondert als Ökostrom vermarktet werden. Mit anderen Worten muss sich ein Erzeuger von Ökostrom entscheiden, ob er die staatliche Förderung in Anspruch nimmt oder seinen Strom auf dem freien Markt anbieten möchte.

Bedeutet Ökostrom immer einen Gewinn für die Energiewende?

Wenn du dich in Deutschland für einen Ökostromtarif entscheidest, wird der Strom mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht in Deutschland, sondern beispielsweise in norwegischen oder österreichischen Wasserkraftwerken erzeugt. Da diese Kraftwerke den Strom ohnehin produzieren und in das europäische Stromnetz einspeisen würden, sind für die Umwelt oftmals keine zusätzlichen Vorteile mit dieser Art von Ökostromtarif verbunden.

Was ist ein Ökostromlabel?

Mit Ökostromlabels werden entweder einzelne Stromtarife oder auch Stromanbieter zertifiziert. Ökostromlabels sollen sicherstellen, dass der Stromanbieter tatsächlich für einen zusätzlichen Vorteil für die Umwelt sorgt. Verschiedene Ökostromlabels garantieren beispielsweise, dass ein Teil des Erlöses aus dem Ökostrom-Verkauf in Beiträge zur Energiewende investiert werden.

Welche Ökostromlabels sind empfehlenswert?

Wenn du dich für einen Ökostromtarif interessierst, solltest du nach Ökostromlabels Ausschau halten, die sich auch tatsächlich an der Energiewende aktiv beteiligen. Beispielsweise garantieren das ok-Power-Label und das Grüner-Strom-Label, dass die zertifizierten Unternehmen nicht an Atomkraftwerken und neu errichteten Steinkohlekraftwerk beteiligt sind. Hier findest du eine Übersicht der besten Öko-Stromanbieter.

Quellen:

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/preise-tarife-anbieterwechsel/ist-ein-tarif-mit-oekostrom-und-oekogas-ueberhaupt-sinnvoll-8207

https://www.ecotopten.de/strom/oekostrom-tarife

https://www.verbraucherzentrale.de/beratung