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Umwelt-Vorteile durch Runderneuerung: Alte Reifen wieder nutzbar machen

Der Frühling naht und mit ihm der Zeitpunkt für viele Autofahrer, die Winterreifen gegen Sommerpneus zu tauschen. Ein ökologisch wie ökonomisch cleverer Zug, den die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) empfiehlt, ist die Entscheidung für runderneuerte Reifen.

17.03.2024 • 21:19 Uhr

Umwelt-Vorteile durch Runderneuerung: Alte Reifen wieder nutzbar machen

Diese bieten einen grünen Start in die Saison, ohne dass dabei die Qualität oder die Sicherheit auf der Strecke bleibt. Diesen Weg unterstützend, hat die Initiative Allianz Zukunft Reifen (Azur) in einem von der DBU geförderten Projekt herausgefunden, dass runderneuerte Reifen in Punkto Qualität, Sicherheit und Kilometerleistung mit brandneuen Reifen durchaus mithalten können.

Passenderweise fällt diese Erkenntnis mit dem Global Recycling Day am 18. März zusammen, unterstreicht sie doch die Bedeutung des Recyclings und der Nachhaltigkeit in der Reifenindustrie.

Eine Studie des Fraunhofer Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (Umsicht) in Oberhausen hat ergeben, dass aufbereitete Altreifen, denen neues Leben durch eine frische Laufflächenprofilierung eingehaucht wurde, in ihrer Leistung nicht hinter neuen Reifen zurückstehen.

Azur-Netzwerk-Koordinatorin und Projektleiterin Christina Guth sagt: „Veraltete Vorurteile haben wir mit wissenschaftlichen Fakten entkräftet. Bei Nutzfahrzeugen ist die Verwendung von runderneuerten Reifen ohnehin gelebte Praxis."

Diese können Guth zufolge bis zu dreimal, Flugzeugreifen sogar bis zu siebenmal runderneuert werden. Ziel des Projekts war zudem, das Image der runderneuerten Reifen für den Pkw-Bereich zu verbessern und Privatpersonen zum Umstieg zu bewegen.

Einsparungen bei Energieverbrauch, Rohstoffen und CO₂-Emissionen

Denn runderneuerte Pkw-Reifen haben im Vergleich zu Neureifen neben der Kostenersparnis überzeugende Umwelt-Vorteile: „Anders als bei Neureifen werden bei der Runderneuerung bis zu 50 Prozent Energie bei Strom und Gas eingespart", sagt Franz-Peter Heidenreich, Leiter des DBU-Fachreferats Wasser, Boden und Infrastruktur. Zudem werde lediglich ein Drittel des Rohmaterials benötigt. Auch was die Bilanz beim Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO₂) anbelangt, liegen runderneuerte Reifen laut Fraunhofer-Studie in der Fertigung klar vor qualitativ vergleichbaren, hochwertigen Neureifen.

Guth: „Ein runderneuerter Pkw-Reifen verursacht im Fertigungsprozess rund 63 Prozent weniger CO₂-Emissionen als ein Pkw-Neureifen." Durch die Herstellung runderneuerter Reifen wurden in Deutschland im Jahr 2021 etwa 115.000 Tonnen CO₂-Emissionen im Vergleich zu qualitativ vergleichbaren, hochwertigen Neureifen eingespart, so Guth. „Wir haben uns vorgenommen, den Marktanteil bis 2027 auf zehn Prozent im Pkw-Bereich zu erhöhen." Derzeit liege er unter fünf Prozent.

Projekt trägt zu Circular Economy bei

Das DBU-geförderte Projekt war Teil der Förderinitiative #DBUcirconomy. Heidenreich: „Die Runderneuerung von Altreifen aus dem Pkw- und Nutzfahrzeug-Bereich trägt zu den Ressourcen- und Klimaschutzzielen der Circular Economy bei, also einer umfassenden Kreislaufwirtschaft." Das mittlerweile international aktive Azur-Netzwerk mit mehr als 60 Partnern aus Industrie, Handel und Wissenschaft wurde mit dem Recircle Award Circular Economy2023 und dem Europäischen Transportpreis für Nachhaltigkeit 2024 ausgezeichnet.