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Tesla vs. Rivian: Neuer E-Auto-Rivale bringt Elon Musk auf die Palme

Blase, Hype oder einfach Realität im Jahr 2021? Hersteller von Elektroautos sind bei Anlegern und Investoren zurzeit extrem beliebt.

Blase, Hype oder einfach Realität im Jahr 2021? Hersteller von Elektroautos sind bei Anlegern und Investoren zurzeit extrem beliebt. Aktuellstes Beispiel ist das US-Unternehmen Rivian. Inzwischen an der Börse mehr wert als Volkswagen, GM und BMW könnte der E-Auto-Hersteller sogar Tesla gefährlich werden. Jetzt geht Tesla auf Konfrontationskurs.

Es war einer der größten Börsengänge der letzten Jahre in den USA überhaupt: Rivian nahm bei seinem Debüt an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq direkt mal fast zwölf Milliarden US-Dollar ein. Nach wenigen Tagen war der Kurs sogar auf 134 Milliarden Euro geklettert. Damit war Rivian schnell mehr wert als eine unscheinbare Firma aus Niedersachsen: Volkswagen.

Rivian bringt Tesla-Boss Elon Musk auf die Palme

Interessant dabei: Bis zum Börsengang hatte Rivian gerade einmal 42 Elektro-Pick-ups des ersten Modells R1T ausgeliefert. Was Elon Musk auf den Plan brachte. Der Tesla-Boss twitterte: “Ich will ja nicht unverschämt sein, aber vielleicht sollten sie vor dem Börsengang ein Fahrzeug pro Milliarde Dollar Bewertung ausliefern?”

Sowieso Tesla: Schon lange hatte sich ein belastetes Verhältnis angedeutet. Wohl auch, weil Rivian mit Großinvestoren wie Amazon und Ford gefährlich für Tesla werden könnte. Bereits 2020 beschuldigte der Tesla den Wettbewerber des Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen. Wie das Handelsblatt berichtet, beharken sich die Unternehmen schon seit Monaten vor dem Landesgericht in Santa Clara, Kalifornien: „Konkret klagt Tesla gegen eine Handvoll Mitarbeiter, die zu Rivian wechselten.“ Sie seien von ihrem neuen Arbeitgeber angewiesen worden, vertrauliche Dokumente mitzunehmen. Es gebe ein „verstörendes Muster von Mitarbeitern, die zu Rivian wechseln und Geschäftsgeheimnisse stehlen“.

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So ähnlich sind sich Rivian und Tesla

Die Parallelen zu Tesla sind erstaunlich: Rivian-Gründer und CEO Robert RJ Scaringe schickt sich nicht nur an, ein rein elektrisches Portfolio an den Start zu bringen, sondern macht auch darüber hinaus das ein oder andere ziemlich ähnlich wie das Vorbild. Doch der Reihe nach.

Mit seinem ersten Modell hat Rivian den US-Mark ins Visier genommen. Mit dem RT1 will das Unternehmen Kunden der Light-Truck-Kategorie, dem wichtigsten Fahrzeug-Segment in Nordamerika überhaupt, von der E-Mobilität überzeugen. Das E-SUV R1S wird zu einem Preis von 70.000 Dollar folgen – und Teslas Model X einige potenzielle Kunden abluchsen. 2022 wird Rivian dann auch in die Produktion elektrischer Lieferwagen einsteigen. Investor Amazon soll bereits 100.000 Fahrzeuge bestellt haben.

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Rivian will auch in Europa angreifen

Auch beim Verkauf der Autos setzt Rivian wie Tesla auf den Direktvertrieb – und plant zudem eine eigene Batterieproduktion. Auch Teslas Supercharger-Netzwerk scheint es Rivian angetan zu haben. Wie Medien berichten, plant auch der neue Tesla-Konkurrent den Aufbau eines eigenen Ladenetzes.

Und genauso wie Tesla plant auch Rivian eine Europa-Dependance. Wie auto-motor-und-sport.de berichtet, könnte Rivian künftig seine E-Modelle für Europa in den Niederlanden produzieren. Elon Musk dürfte das genau verfolgen.

Autor: Moritz Nolte

Bilder: Rivian