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Alles rund um E-Autos

Tesla gibt Supercharger für andere Elektroautos frei

Bereits Ende 2020 spielte Tesla öffentlich mit der Idee, seine Schnellladestationen namens Supercharger nicht mehr nur Tesla-Fahrern zur Verfügung zu stellen, sondern auch Fahrern anderer Elektroautos. Jetzt ist diese Idee zur Realität geworden und die Supercharger sind prinzipiell für alle Elektroautos verfügbar. Es gibt jedoch einen deutlichen Haken …

Tesla öffnet seine Schnellladestationen in drei Ländern für alle E-Autos

Bislang war das flächendeckende Supercharger-Netzwerk nur Tesla-Fahrern vorbehalten, was einen wichtigen Baustein des Unternehmenserfolgs darstellte. Tesla denkt jedoch fortschrittlich und möchte auch Nicht-Tesla-Fahrer an seinen Ladestationen willkommen heißen. Testweise schaltete das Unternehmen deswegen zunächst in den Niederlanden zehn Supercharger auch für andere Elektroautos frei. Nun ging man Ende Januar noch einen Schritt weiter und gab auch in Frankreich und Norwegen Schnellladestationen für Nicht-Tesla-Fahrer frei. In Deutschland ist die Freigabe der Supercharger für markenfremde Fahrzeuge zumindest im Moment noch nicht vorgesehen. Allerdings können Nicht-Tesla-Fahrer aus Deutschland ihr Fahrzeug in den besagten Ländern natürlich dennoch an den Superchargern aufladen. Mittelfristig kann es zudem gut sein, dass die Supercharger auch in Deutschland für alle Fahrzeuge freigegeben werden. Das Ziel von Tesla ist es nach eigenen Angaben, das Supercharger-Netzwerk schnell zu erweitern und irgendwann alle Elektroautofahrer an jedem Supercharger bedienen zu können. Mit der Öffnung des Ladenetzwerks für andere Fahrzeugmarken wolle man mehr Menschen ermutigen, elektrisch unterwegs zu sein. Finanzielle Gründe dürften für die Aktion sicherlich auch eine Rolle spielen, denn umsonst gibt es den Tesla-Strom natürlich nicht.

Ein E-Auto an einem Supercharger laden: So geht es

Grundvoraussetzung, um ein E-Auto einer anderen Marke an einem Supercharger aufzuladen, ist ein CCS2-Anschluss, den die meisten neueren Elektroautos haben. Außerdem muss sich der Fahrzeughalter die Tesla-App herunterladen und dort die Option „Charge Your Non-Tesla“ auswählen. In der App kann man unter anderem sehen, welche Supercharger für andere Fahrzeugmarken freigegeben wurden und wo sich die nächste Ladestation befindet. Interessenten haben die Möglichkeit, ein Abonnement abzuschließen oder sich für eine Einmal-Nutzung zu entscheiden. Bei einem Abo zahlt man eine monatliche Grundgebühr, dafür wird die Tankladung günstiger. Die genauen Preise hängen auch vom Betriebsort der Ladestation sowie der Zeit ab. Ein Problem für manche Nicht-Tesla-Fahrer könnte die Gestaltung der Supercharger-Ladesäulen sein. Diese verfügen nämlich über relativ kurze Kabel, sodass einige Fabrikate fremder Marken schlecht angeschlossen werden können. Für LKW und Fahrzeuge mit Anhängern sind die Supercharger aktuell grundsätzlich nicht geeignet.

Das Tesla-Supercharger-Netzwerk

Die Supercharger sind Schnellladestationen, die es in Europa seit 2013 gibt und die ein Elektroauto in kürzester Zeit aufladen können. Die neusten Modelle vom Typ Supercharger V3 laden beispielsweise ein Auto vom Typ 3 mit 250 kW Spitzenleistung in lediglich 5 Minuten so weit auf, dass es eine Reichweite von 120 Kilometern erzielt. Weltweit gab es im November 2021 an 3109 Orten über 28000 Supercharger-Anschlüsse. Die meisten Stationen befinden sich entlang von Hauptverkehrspunkten. Anfangs erhielten Tesla-Fahrer, die sich für ein Model S oder Model X entschieden, das kostenlose Nutzungsrecht der Supercharger für die Lebensdauer ihres Fahrzeugs beim Kauf hinzu. Dieses lukrative Angebot gab es jedoch nur kurzfristig. Inzwischen müssen auch Tesla-Fahrer für das Aufladen an den Ladestationen bezahlen. Die Durchschnittskosten in Deutschland betrugen im August 2021 0,40 Euro pro kWh. Durch die Öffnung der Ladestationen für Fremdmarken soll es finanzielle Vorteile für Tesla-Fahrer geben, weil nun die Erweiterung des Supercharger-Netzwerks auch mit den Neueinnahmen finanziert werden kann. Innerhalb der Tesla-Szene fielen die Reaktionen auf die Öffnung des Netzwerks allerdings überwiegend negativ aus. Fahrer anderer Elektroautomarken dürften allerdings erfreut sein, erst recht, wenn die Supercharger irgendwann auch in Deutschland allen Fahrzeugen zur Verfügung stehen.

Quellen

https://www.elektroauto-news.net/2022/tesla-gibt-supercharger-fuer-andere-elektroautos-frei

https://de.wikipedia.org/wiki/Tesla_Supercharger

https://insideevs.de/news/567784/niederlande-supercharger-nutzbar-andere-marken/

Bild stock.adobe.com / Aleksei Potov