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E-Bikes, Scooter & Co

Mikromobilität: Die neue Waffe gegen Verkehrskollaps und Parkplatznot

Wenn im morgendlichen Berufsverkehr mal wieder gar nichts geht und du im Stau stehst, wenn du wertvolle Zeit vergeudest, um einen Parkplatz zu suchen, dann kommt oft der Gedanke auf: Warum tun wir uns das an, gibt es keine effektivere Lösung? Die Antwort könnte Mikromobilität heißen. Doch was genau ist Mikromobilität und wie funktioniert sie?

Kleinstfahrzeuge im Einsatz – was ist Mikromobilität?

Mikromobilität, auf Englisch micro mobility, ist laut Definition die Nutzung von elektrisch betriebenen Kleinstfahrzeugen, die von einer oder zwei Personen verwendet werden, vorzugsweise im Stadtverkehr und für die erste oder letzte Meile.

Das bedeutet, dass du zum Beispiel eine bestimmte Strecke zu Fuß oder mit S- bzw. U-Bahn zurücklegst und dann für das erste Stück deines Weges oder auf den letzten Metern ein Mikromobil benutzt. Das kann ein E-Bike sein, ein E-Scooter oder auch ein Segway. Selbst Kleinstautos wie ein Renault Twizzy zählen zur Kategorie Mikromobile.

Was sind die Vorteile von Mikromobilen?

Tägliche Staus, mangelnde Parkplätze und allgemeiner Verkehrskollaps – nicht nur in Deutschland kämpfen Großstädte mit diesen Problemen. Hinzu kommt die CO2-Belastung und der Feinstaub, der die Umwelt und die Gesundheit angreift.

Elektromobilität ist ein innovativer Lösungsansatz und Mikromobile spielen dabei eine wichtige Rolle. E-Bikes, E-Scooter und Kleinstfahrzeuge mit elektrischem Antrieb werden besonders gern und häufig in Städten angeboten und genutzt. Vor allem dort leben viele junge Menschen, die sich für neue Technologien begesitern können und zudem oft kein eigenes Auto besitzen. Sie können sich zum Beispiel einen E-Scooter kaufen und so die Vorteile der Mikromobilität nutzen.

Zu diesen Vorteilen zählen etwa die Kosten: Wenn du ein E-Bike oder einen E-Scooter kaufst, sind die Kosten für die Anschaffung und Wartung wesentlich niedriger als für ein Auto. Noch günstiger wird es, wenn du Bike Sharing nutzt. So brauchst du kein eigenes Rad, sondern leihst dir einfach eins aus.

Mit Mikromobilität bist du auch flexibler. Du kannst dir wann immer du möchtest spontan ein Bike oder einen Scooter mieten und wenn du dann doch lieber mit der S-Bahn weiter fährst oder sich deine Pläne ändern, stellst du das Fahrzeug einfach ab und brauchst dich nicht weiter darum zu kümmern.

Hat Mikromobilität auch Nachteile?

Ein Problem auf dem Land ist, dass die Versorgung mit Bike Sharing Angeboten dort so gut wie nirgends gegeben ist und da auch der öffentliche Nahverkehr oft spärlich gesät ist, bleibt vielen nur das Auto.

Wo sollen E-Bike und Co. parken, wenn es kaum Parkplätze gibt? Und wo sollen Benutzer fahren dürfen? Auf dem Gehweg, den Fahrradwegen oder doch auf der Straße? Und wenn fahren, dann nur mit Helmpflicht?

Und wie sieht es mit der Ökobilanz von Mikromobilen aus? Sind E-Bikes und Kleinstautos noch nachhaltig, wenn man mit einrechnet, wie hoch der Aufwand und die Belastung durch Herstellung, Laden, Batterien und Entsorgung sind?

Dies sind Fragen und Probleme, denen es sich noch zu widmen gilt, bevor Mikromobile flächendeckend eine verlässliche Lösung sind. Dennoch ist Mikromobilität vor allem in Städten, wo es die entsprechenden Angebote bereits gibt, eine nachhaltige und zeitsparende Alternative zum Autofahren.

Quellen

https://www.dlr.de/content/de/artikel/news/2020/04/20201130_mikromobilitaet-hype-oder-schon-bald-alltag.html

https://emobilitaetblog.de/mikromobilitaet/

https://www.umweltbundesamt.de/daten/verkehr/emissionen-des-verkehrs#-das-mehr-an-pkw-verkehr-hebt-den-fortschritt-auf

https://www.adfc.de/artikel/bike-sharing/

https://de.motor1.com/tag/elektro-kleinstfahrzeug/

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stock.adobe.com/Achim Wagner