Zur Übersicht

Lifestyle statt Leichtbau: Das neue Lotus „Hyper-SUV“ Eletre

Es gab eine Zeit, da gab es kaum eine Sportwagen-Marke, die so für Leichtbau und Fahrdynamik stand wie Lotus. Die Zeiten sind wohl vorbei: Mit sogenannten „Lifestyle-Elektroautos“ plant die Marke, die Verkäufe zu versechzigfachen. Mit dem Eletre präsentiert die Kult-Marke nun ein Elektro-SUV – pardon: Ein elektrisches „Hyper-SUV“.

Autor: Moritz Nolte

Lotus-Gründer Colin Chapman war wie besessen, seine Fahrzeuge – erst Rennwagen, später Sportwagen – so leicht wie möglich zu machen. Sein Credo für den Sportwagenbau: „Simplify, the add lightness“. Doch von der Maßgabe, Autos zunächst zu vereinfachen, um sie dann leichter zu machen, dürfte sich Lotus verabschieden. Verabschieden müssen, sollte man sagen. Denn nachdem der chinesische Automobilhersteller Geely die Mehrheit an Lotus Cars übernahm, muss das Unternehmen liefern. Bis 2028 soll Lotus jedes Jahr rund 100.000 Neuwagen produzieren. Und das geht kaum mit zweisitzigen Hardcore-Sportwagen für den Track-Einsatz. Vielmehr setzt die Marke voll auf Elektrifizierung und unter anderem – natürlich – ein sportliches SUV.

Lotus Eletre erstes von drei neuen Lifestyle-Elektroautos

Als beinahe sicher dürfte gelten, dass die überwiegende Mehrheit der eingefleischten Lotus-Fans mit der Marke brechen wird. Doch die brauchen sie im Headquarter im englischen Hethel eh nicht mehr. Die rund 1.700 Lotus-Käufer, die bisher jedes Jahr einen Kaufvertrag unterschrieben, stehen für nicht mal zwei Prozent der Einheiten, die bis 2028 jedes Jahr verkauft werden sollen. Man muss kein Mathematiker sein, um zu erkennen, dass das Wachstum hauptsächlich mit Neukunden gelingen soll. Kunden, die weniger auf ausgefeilte Querdynamik aus sind, als vielmehr ihr Augenmerk auf Optik, Status, längsdynamische Performance und, ja, auch das, auf Lifestyle richten.

Für diese Zielgruppe plant Lotus insgesamt mit drei „Lifestyle-Elektroautos“. Das erste davon: Der neue Lotus Eletre. Ein Elektro-SUV, das Lotus selbst als Hyper-SUV bezeichnet. Die Eckdaten: 5,10 Meter lang, trotz Carbon- und Alu-Materialien 2,2 Tonnen schwer und mindestens 600 PS stark. So ein Auto hat es bei Lotus noch nie gegeben. Und doch betont Lotus-Boss Matt Windle, der Eletre sei „ein echter Lotus, und wir sind zuversichtlich, dass er die Kunden von Performance Cars begeistern wird und eine klare Alternative zu den etablierten Anbietern in diesem Segment darstellt.“ Lotus-Eletre-3.jpg

Hyper-SUV ab 600 PS

Schaffen soll das der Eletre zum einem mit seinem vollelektrischen Antrieb, der in der kleinsten Leistungsstufe 600 PS leisten soll. Für eine ausgefeilte Fahrdynamik soll modernste Fahrwerkstechnologie sorgen: „Dazu zählen Luftfederung mit aktiver Höhenverstellung, Wankstabilisierung, aktive Stabilisatoren, Fünf-Lenker-Hinterachse und eine aktive Hinterachslenkung.“

Für die WLTP-Reichweite gibt Lotus rund 600 Kilometer an. Die entsprechende Schnellladesäule vorausgesetzt, soll innerhalb von 20 Minuten genug Strom für 400 Kilometer Reichweite in die mindestens 100 kWh große Batterie des Lotus Eletre eingespeist werden können.

Der Lotus Eletre: Ein kühnes und revolutionäres Fahrzeug

So gerüstet, soll der Lotus Eletre auf Neukundenfang gehen. Matt Windle ist zuversichtlich: "Der Eletre ist ein kühnes und revolutionäres neues Fahrzeug, mit dem wir unserem Commitment nachkommen, Lotus in völlig neue Fahrzeugsegmente zu bringen, während wir unsere globale Attraktivität und Zugänglichkeit erweitern.“ Welchen Markt Lotus anvisiert ist klar: Der Eletre wird im Laufe des Jahres in einer eigens im chinesischen Wuhan errichteten Fabrik in Produktion gehen. Lotus-Eletre-1.jpg

Bilder: Lotus