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Der Honda Jazz im Video-Review

Die neue Generation des Honda Jazz ist im Design mutiger, der Jazz kommt zudem weiterhin mit cleveren Lösungen, aber mit mehr Serienausstattung und immer als Hybrid, heißt daher nun Honda Jazz e:HEV. Ein interessantes Konzept, das wir uns näher anschauen.

14.01.2021 • 11:56 Uhr

Exterieur

Im Design ist der Honda Jazz nun etwas stromlinienförmiger gezeichnet, die Front fällt etwas mutiger aus, die Leuchten sind geschwungener. Neben der Basisvariante, die nun wegen der serienmäßigen Hybrid-Technik und der umfangreicheren Serienausstattung bei 22.000 Euro beginnt (vormals 17.000 Euro) gibt es auch den Jazz Crosstar im Crossover-Look für 26.000 Euro mit noch mehr Serienausstattung. In der Front kommt der Honda Jazz direkt mit LED-Leuchten. Alufelgen gibt es in 15 oder 16 Zoll. Am Heck kommen modern gezeichnete Rückleuchten, die auch eine LED-Signatur zeigen.

Der Honda Jazz im Video-Review

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Interieur

Der Innenraum des Honda Jazz bietet weiterhin massig Platz für die kleine Größe des Fahrzeugs. Die sehr attraktiven Stoffbezüge sind in Schwarz oder Beige verfügbar. Das Styling ist modern, der Stoff ist robust aber fühlt sich sehr hochwertig an und der Sitzkomfort ist gut. Interessant: Die Stoff-Sitze weisen in der Crosstar-Variante nun einen wasserabweisenden Bezug auf, damit diese einfacher zu reinigen sind und auch eben Wasserflecken nicht so schnell annehmen. Die Sitzform ist zudem in beiden Fällen ergonomischer. Auch ein beheizbares Lenkrad ist verfügbar.

Die Instrumente kommen mit einem 7“-Screen und sind gut abzulesen. Das mittlere Infotainment-System mit einem 9“-Screen kommt nun mit einer einfacher zu bedienenden Software, es reagiert zudem schnell und ist somit gut nutzbar. Das Infotainment war bislang eine Schwachstelle in vielen Honda-Modellen, damit ist nun offenbar Schluss. Die Smartphone-Anbindung via Apple CarPlay und Android Auto funktioniert auch kabellos. Eine natürliche Spracheingabe ist über den Befehl „OK Honda“ verfügbar. Die Klima-Einheit ist dagegen wieder mit einer physischen Eingabe verfügbar, das macht Sinn. Die Drehknöpfe fühlen sich hochwertig an und machen sogar Qualitäts-Klickgeräusche. Insgesamt wirkt das neue Cockpit moderner, aufgeräumter und deutlich hochwertiger, abgesehen von den Hartplastik-Oberflächen an den Innenseiten der Türen und am Armaturenbrett bekommt man sogar einen Premium-Eindruck. Die A-Säulen sind 50 % dünner als beim Vorgänger, was eine bessere Übersicht ermöglicht. Überhaupt ist die Rundumsicht exzellent.

Das Sitzpolster auf der Rückbank ist dicker geworden, um mehr Komfort zu bieten. Auch hier finden große Erwachsene Platz. Weiterhin ist die geniale Magic Seats Funktion verfügbar, bei der man die Sitzfläche hochklappen kann, um hohe Gegenstände auf der Rückbank transportieren zu können. Und wenn man die Sitze mit der Rückenlehne umklappt, fahren die Sitzflächen nach unten in den Fußraum – ebenfalls genial. Der Kofferraum fasst nun 300 – 1.200 l, das ist allerdings 50 – 100 l weniger als beim Vorgänger, wegen der neuen Hybrid-Technik. Trotzdem hat man insgesamt noch viel Platz.

Motoren

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Benziner-Hybrid
1,5 l plus 2 Elektromotoren (einer fungiert als Generator, der andere als Antriebsmotor), 109 PS
9,4 Sek. 0-100 km/h

In Japan wird der Jazz auch noch als reiner 1,3 l Sauger Benziner angeboten.

Fahrverhalten

Das Hybrid-System funktioniert beim Honda Jazz e:HEV genau wie beim Honda CR-V Hybrid: Alles läuft über die Vorderräder. Der Benziner treibt die Räder nur direkt an in einem konstanten Geschwindigkeitsbereich oberhalb von 80 km/h, weil dann der Verbrenner am effizientesten ist (Engine Drive). Ansonsten liefert der Verbrenner Energie für einen der Elektromotoren, der als Generator fungiert. Der Antriebs-Elektromotor treibt dann die Räder an. Dies geschieht dann im Hybrid Mode, bei dem das Auto jeweils wählt, wie man unterwegs ist. Im Pure EV Modus kann man zudem den reinen Elektromodus bevorzugen, solange genügend Energie aus der kleinen Batterie verfügbar ist. Die Automatik funktioniert nicht nach dem Motto einer konventionellen CVT-Automatik, weil der E-Motor zwischen Benzin-Motor und Antrieb geschaltet ist. Der variable Aspekt ist hier also nicht die mechanische Übersetzung, sondern der elektrische Strom. Hört sich alles kompliziert an, während der Fahrt merkt man aber nicht allzu viel davon. Angenehm sind die rein elektrischen Momente in der Stadt, das macht die Fahrt noch ruhiger. Tritt man dagegen aufs Gaspedal, kann man nicht allzu viel erwarten. Gerade auf der Autobahn ist die Beschleunigung schleppend. Dafür ist der Jazz auch nicht ausgelegt. Das Hybrid-System führt bei uns immerhin zu Verbräuchen, die niedriger als 5 l / 100 km liegen. Das Fahrwerk ist eher weich, aber nicht zu weich, und Schlaglöcher werden gut ausgebügelt, ebenfalls ein großer Schritt nach vorne gegenüber der Vorgänger-Generation. Dasselbe gilt für die Geräuschdämmung. Die Lenkung ist angenehm, aber direkt und präzise. Der Honda Jazz fühlt sich keinesfalls sportlich an, bietet aber durch das großzügige Cockpit und die angenehme Bedienung ein gutes Reisegefühl, bei dem sich auch größere Erwachsene auf langen Strecken wohl fühlen – und das in einem so kleinen Auto, Respekt. Löblich: Autonome Notbremse, adaptive Geschwindigkeitskontrolle und Toter-Winkel-Warner sind Standard.

Abmessungen

Länge: 4,04 m
Radstand: 2,52 m
Breite: 1,70 m
Höhe: 1,52 m
Leergewicht: 1280 kg

Fazit

Der neue Honda Jazz e:HEV bietet eine interessante Serienausstattung, der Hybrid ist zudem ein interessantes Konzept, schon beim CR-V hat dieser für effektive Verbrauchseinsparungen gesorgt. Dafür ist der Basispreis aber ordentlich gestiegen. Ob das Hybrid-System wirklich so lohnend ist, sei dahingestellt. Grundsätzlich bietet der Honda Jazz ein tolles Package an, hat also für die kleinen Außenmaße massig Platz im Innenraum und ein unkompliziertes Bedienkonzept. Die Details im Innenraum, gerade Lenkrad, Sitze und Infotainment, sind auf der Höhe der Zeit und machen einen sehr guten Eindruck. Es kommt bei manchen Teilen sogar Premium-Gefühl auf. Dazu kommen die genialen Rücksitze. Das einzige, was der Honda Jazz nicht kann, ist fixe Beschleunigung und Sportlichkeit. Alles andere ist beim neuen Jazz teilweise segment-führend. Insgesamt ein wirklich geniales Auto.