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Elektrifizierung: Das sind die Pläne von Aston Martin

Aston Martin befindet sich in der Krise: 2019 fuhren die Briten einen Verlust von knapp 63 Millionen Pfund ein. Im Corona-Jahr 2020 traf es Aston Martin noch heftiger. Die Liste der Probleme ist lang. In Gaydon arbeiten sie unter Hochdruck daran, das Unternehmen auf gesunde Füße zu stellen und zukunftsfähig zu machen. Helfen soll Ex-AMG-Chef Tobias Moers als neuer CEO und neue Produkte wie das SUV DBX. Und auch Hybrid-Motoren und vollelektrische Modelle werden eine Rolle spielen.

Aston Martins Hypercar, der Valkyrie, wird bereits mit Hybridantrieb produziert. Und auch der neue Aston Martin Valhalla wird mit Hybrid-Technik kommen. Dafür liefert Mercedes-AMG seinen bewährten 4,0-Liter-Biturbo-V8. Wie Tobias Moers nun bestätigte, wird der Mittelmotor-Sportwagen den V8 mit einem Elektromotor kombinieren. Dabei wird der Verbrennungsmotor die Hinterachse antreiben, der E-Motor die Vorderachse.

Aston Martin setzt kurzfristig auf Hybrid-Antrieb

Bei einem Einsatz im Valhalla wird es nicht bleiben. Weil Moers auf Effizienz setzt, soll der Antriebsstrang auch in der nächsten Generation des Aston Martin Vanquish zum Einsatz kommen. Und das dürfte nur der Anfang sein.

„Für das Mittelmotor-Programm braucht man einen Plug-in-Hybrid“, ist Moers überzeugt. „Der Technologietransfer mit Mercedes erlaubt es uns, einen Plug-in-Hybrid auch in den DBX zu bringen, vielleicht in zwei Jahren, und es gibt wahrscheinlich sogar eine Chance, etwas mit dem DB11 und dem DBS zu machen.“

Dabei ist auch denkbar, dass Aston Martin auf eine komplette E-Plattform von Mercedes-Benz zurückgreift. Tobias Moers: „Das könnten wir tun, das ist Teil der Technologietransfer-Diskussion. Es gibt eine Chance für die EQS-Plattform“. Die Frage sei, ob die Plattform der Luxus-Elektro-Limousine EQS zu einer Sportwagen-Marke passt.

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“Bis 2030 mindestens 50 Prozent rein elektrisches Portfolio“

Mercedes-Benz jedenfalls wäre wohl dabei. Dabei agieren die Schwaben nicht ganz uneigennützig: Erst im Oktober 2020 stockte Mercedes-Benz seine Anteile an Aston Martin auf 20 Prozent auf. Zudem gewähren die Stuttgarter Aston Martin im Rahmen einer Technologie-Partnerschaft Zugang zu zukunftsträchtigen Technologien.

Während die Frage nach der Plattform – zumindest offiziell – noch nicht final geklärt ist, kann Moers auf eine andere Frage bereits eine ziemlich klare Antwort geben: Der erste vollelektrische Aston Martin Sportwagen soll laut dem Aston-CEO bereits 2025 oder 2026 auf den Markt kommen. Sowohl Sportwagen, als auch SUV, Zwei- und Viertürer könnten dann auf einer einzigen E-Plattform aufbauen.

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Den Rebell und den Gentleman vereinen

„Ich denke, bis 2030 werden wir mindestens 50 Prozent des Portfolios rein elektrisch angetrieben haben“ blickt Moers in die Zukunft. „Der Rest wird Plug-in-Hybrid sein“. Wichtig wird dabei sein, die typische Aston-Martin-Identität ins Elektro-Zeitalter zu überführen.

Das ist auch Moers klar: „Wofür steht der typische Aston Martin? Es ist ein schönes Auto, das den Rebell und den Gentleman vereint. Und das können wir schaffen, wenn wir die Emotionen beibehalten können.“

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Bilder: Aston Martin