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Die neue FIA Electric-GT-Klasse soll den Motorsport revolutionieren

Die FIA hat konkrete Details zur neuen Electric-GT-Kategorie veröffentlicht und ein neues technisches Reglement für elektrisch angetriebene GT-Autos angekündigt. Die Zutaten der Electric GT Fahrzeuge lassen nicht nur spannenden Motorsport erwarten. Die neuen E-Boliden dürften auch mit ihren technischen Innovationen begeistern, darunter ein Schnelllade-Konzept.

Die nach dem technischen Electric-GT-Reglement aufgebauten Fahrzeuge sollen auf permanenten Rennstrecken über volle Distanzen gegeneinander antreten und in Bezug auf Leistung und Reichweite neue Maßstäbe für Elektrofahrzeuge im Motorsport setzen.

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Auf aktuellem GT3-Niveau

Leistungstechnisch werden sich die Elektro-GT-Fahrzeuge auf dem Niveau der aktuellen GT3-Rennwagen bewegen. Je nach Basismodell wird das Mindestgewicht der Autos zwischen 1490 und 1530 kg liegen. Maximal sollen die Boliden 430 kW leisten. Durch die Festlegung einer höheren Gewichtsgrenze als in der GT3-Klasse wird die Verwendung teurer Materialien eingeschränkt. Die FIA rechnet mit einem Top-Speed von etwa 300 km/h. Von null auf hundert Sachen sollen die Electric-GT-Boliden in rund 2,4 Sekunden beschleunigen können.

Die neue Klasse basiert dabei auf einer direkten Zusammenarbeit zwischen der FIA und der Automobilhersteller, wie der Motorsport-Dachverband betont. Im Mittelpunkt steht die Möglichkeit, den OEM in Bezug auf die Entwicklung eigener Konzepte größtmögliche Freiheit zu bieten, während gleichzeitig eine Kosteneskalation verhindert werden soll. Das darf man eine strategische kluge Entscheidung nennen. Die in der Formel E fehlenden Freiheiten hatten Audi und BMW schließlich dazu veranlasst, die Serie aufgrund des erschöpften Transfers für die Straßentechnologie zu verlassen.

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Größtmögliche technische Freiheit für Automobilhersteller

Alle Hersteller werden deshalb die Freiheit haben, ihre eigenen Antriebsstrang-Konfigurationen zu wählen, die entweder aus zwei oder vier Elektromotoren bestehen, wobei sowohl Zwei- als auch Vierrad-Antriebskonfigurationen erlaubt sind. Die E-Rennwagen werden auch über eine „Dynamic Vehicle Control“ verfügen, die das Drehmoment jedes Rades automatisch und unabhängig von Geschwindigkeit, Beschleunigung, Traktion und Lenkeinschlag anpasst.

Eine Innovation, die exklusiv nur der Electric GT vorbehalten ist: Anders etwa als in der Formel E werden keine Einheitsbatterien verwendet. Heißt: Hersteller und Teams können selbst entwickelte Batteriesysteme einsetzen oder von Zulieferern zukaufen. Die Freiheit in Bezug auf das Batteriesystem dürfte nicht nur (sport-)politische Gründen haben, sondern überdies damit zusammenhängen, dass in der Electric GT Fahrzeuge mit sehr unterschiedlichen Architekturen und unterschiedlichen Platzverhältnissen zum Einsatz kommen werden.

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Schnelllade-Konzept

Ganz frei sind die Hersteller allerdings nicht: Zwar können sie ihre eigenen Batterie-Layouts entwickeln. Genutzt werden müssen allerdings die Lithium-Ionen-Pouch-Batteriezellen von „Saft Batteries“, eine Tochterfirma von „Total“. Die Zellen wurden so konzipiert, dass sie eine Spitzenleistung von 700 kW und ein schnelles Aufladen von 700 kW ermöglichen. Während eines Boxenstopps im Rennen sollen so 60 % der Batterie-Kapazität innerhalb von wenigen Minuten aufgeladen werden können. Das Ladenetz wird dabei laut FIA-Angaben so entwickelt, dass es die Anforderungen an das Schnellladen erfüllt und je nach Veranstaltungsort Elemente der permanenten und temporären Infrastruktur umfasst.

Wann und wie die Electric-GT-Fahrzeuge auf die Rennstrecke kommen, ist noch nicht bekannt.

Bilder: FIA