Zur Übersicht

Das ist die Elektro-Strategie von Lamborghini

Lange hatte sich Lamborghini gegen jedwede Elektrifizierung der eigenen Produkte gesträubt. Doch angesichts des immens gestiegenen Drucks in der Branche gab es offenbar keine Alternative: Hinter den Kulissen arbeiteten die Italiener schon seit Jahren an einer entsprechenden Strategie. Der Nachhaltigkeitsplan mit dem wohlklingenden Namen „Direzione Cor Tauri” soll Lamborghini in die Zukunft führen.

Autor: Moritz Nolte

Mit dem Lamborghini Sian betraten die Italiener 2020 erstmals elektrisches Neuland: Der Supersportwagen war das erste in Serie gebaute Hybrid-Fahrzeug des Herstellers. Wobei wir uns hier in Zurückhaltung üben und für Einordnung sorgen müssen: „Serie“ bedeutete im Falle des 819-PS-Sportlers überschaubare 63 Exemplare. Und als sogenannter Mild-Hybrid geht der Lamborghini Sian mit seinem 25-kW-E-Motörchen – wenn man so will - so gerade eben als Hybrid-Fahrzeug durch.

“Dem Herzen und der Seele der Marke treu bleiben“

Mit der „Direzione Cor Tauri” will Lamborghini jetzt voll durchstarten. Dabei handele es sich um „eine Agenda der ökologischen Nachhaltigkeit, die Lamborghini zur Dekarbonisierung seiner künftigen Modelle führen“ soll, so das Unternehmen. Cor Tauri bedeutet im Lateinischen Stierherz. Cor Tauri ist laut Lamborghini aber auch der Name des hellsten Sterns in der Konstellation des Stieres, „der Lamborghini den Weg in eine elektrifizierte, aber dem Herzen und der Seele der Marke treu bleibende Zukunft weist.“

Im Rahmen der Elektro-Agenda investiert Lamborghini insgesamt 1,5 Milliarden Euro in elektrifizierte Modelle. Die größte Investition in der Geschichte der Marke. Der großen verbrennungsmotorischen Geschichte zum trotz. Aber notwendig, wie Lamborghini-Boss Stephan Winkelmann bereits 2021 betonte: “Die Elektrifizierungsstrategie von Lamborghini stellt einen Kurswechsel dar, der durch einen radikal veränderten Kontext bedingt ist.” Lamborghini-Urus.jpg

Hybrid-Versionen der kompletten Modellpalette bis 2025

Erster Plug-In-Hybrid wird dabei wie erwartet der Lamborghini Urus sein, wie Winkelmann nun im Interview mit Business Insider verriet. Folgen dürfte die Plug-in-Hybrid-Variante des Huracan-Nachfolgers und auch eine Hybrid-Version des Aventador. Denn: Bis Anfang 2025 will Lamborghini die komplette Modellpalette hybridisiert haben.

Lamborghinis erstes vollelektrisches Modell könnte drei Jahre später auf den Markt kommen. Dabei dürfte es sich um ein Crossover-Modell handeln. Ein vollelektrischer Crossover von Lamborghini? Winkelmann muss sich der Skepsis der Lambo-Community bewusst sein, wenn er betont, dass ein vollelektrischer Lamborghini ein echter Lamborghini sein muss: „Dieses neue Auto sollte das Beste aus zwei Welten darstellen. Zum einen mit dem für die frühen Jahre von Lamborghini typischen 2+2-Konzept eines GT-Sportwagens. Zum anderen mit so praktischer wie zeitgemäß erhöhter Bodenfreiheit. Mit einer ansprechenden Rundumsicht, einem guten Gefühl der Sicherheit. Und mit einem innovativen Bodystyle als Zweitürer“.

Erster vollelektrischer Lamborghini soll 2028 kommen

Auch wenn der Lamborghini-CEO nur von „Gedankenspielen“ spricht und von „Ideen, die etwa um das Jahr 2028 kreisen“: Die Italiener arbeiten schon längst an der Entwicklung des Elektro-GT, dessen elektrischer Antriebsstrang aus dem Audi-Regal kommen soll. Stephan-Winkelmann-Lamborghini-2.jpeg

Bilder: Lamborghini