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Dreamteam(?): Pepsi und Beyond Meat machen gemeinsame Sache

Die Gruppe derer, die sich um den immer größer werdenden veganen Markt bemühen, ist wieder ein wenig breiter geworden: Beyond Meat bringt seine Fleischersatz-Konzepte beziehungsweise entsprechende Produkte auf den Tisch – und Pepsi stellt sein gewaltiges Vertriebsnetzwerk samt Fertigungskapazitäten zur Verfügung.

Ein vielversprechende Zusammenarbeit?

Geschäftlich gesehen ist dies ganz sicher eine aussichtsreiche Koalition. Und außerdem ein Marktsignal dafür, wie sehr die Nachfrage nach veganen Produkten und Alternativen im Lebensmittelsektor gestiegen ist. Schätzungen zufolge ernähren sich rund 2,6 Millionen Menschen hierzulande vegan. Sollte diese Zahl mehr oder minder akkurat sein, würde dies einer Verdopplung der Veganer*innen seit 2016 entsprechen. Vor allem junge Menschen begeistern sich für diese Ernährungsweise. Hauptausschlag geben Gesundheits- und Umweltargumente für den Veganismus.

Doch nach wie vor sind die Deutschen ein Volk der „Fleischfresser“. Für die Mehrheit bleibt die Vorstellung, sämtlichen tierischen Produkten den Rücken zu kehren, ein schwer vorstellbarer Einschnitt in ihre Ernährungsgewohnheiten. Vegane Fleischersatzprodukte sollen da den Wechsel wortwörtlich schmackhaft machen. Also genau jene Produkte, die Beyond Meat herstellt und nun mit den Kapazitäten von Pepsi aufs nächste kommerzielle Level hieven will.

Fleischersatz – nicht ganz unumstritten

Nicht alle Veganer*innen sind unbedingt Fans des „Fake Fleischs“. Denn besonders wenn Gesundheitsaspekte oder durchaus auch Umweltbedenken im Mittelpunkt einer veganen Weltanschauung stehen, dann tun sich beim Fleischersatz (zumindest so dieser im großen Stil industriell gefertigt wird) doch einige Fragezeichen auf. Fleischersatz-Produkte werden meist aus Soja oder Seitan hergestellt. Seitan ist im Grunde genommen nichts anderes als das Weizeneiweiß Gluten. Insofern werden erhebliche Anbauflächen für Weizen und Soja begünstigt (die dann auch wieder in Teilen als Viehfutter enden).

Beide Ausgangsstoffe sind sehr proteinhaltig und sollen die richtige Konsistenz gewährleisten. Dafür werden die pflanzlichen Eiweiße isoliert und anschließend mit Wasser und Öl in Form gebracht. Dabei gehen jedoch viele der pflanzlichen Mikronährstoffe verloren. Ersetzt werden sie mit Zucker, Salz, Aromen und Fett. Also im Grunde genommen mit den Zutaten, die im Verbund nicht unerheblichen Anteil an heute vorherrschenden, ungesunden Ernährungsgewohnheiten haben. Sie sind quasi ein Patent der Fast Food Industrie. Hinsichtlich dessen ist auch Pepsi ganz gewiss keine unschuldige Erscheinung .

Quellen

https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Ist-veganer-Fleischersatz-aus-Tofu-und-Seitan-gesund,fleischersatz166.html

https://www.ble.de/SharedDocs/Downloads/DE/BZL/Daten-Berichte/Fleisch/2020BerichtFleisch.pdf?__blob=publicationFile&v=2

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