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Stromverbrauch Elektroautos im ADAC-Test

Während Fahrer von Autos mit konventionellen Verbrennungsmotoren den Verbrauch ihres Fahrzeugs meist recht gut einschätzen können, herrscht in Sachen Reichweite beim Elektroauto oft noch Unsicherheit. Viele verlassen sich bei der Frage nach dem Stromverbrauch ihres Elektroautos auf die Angabe des Bordcomputers. Ein Test des ADAC ergab jedoch, dass dieser nur die halbe Wahrheit anzeigt.

Stromverbrauch Elektroauto: ADAC testet im Ecotest den tatsächlichen Verbrauch

Ein Blick auf den Bordcomputer soll dem Fahrer eines E-Fahrzeugs anzeigen, wie viel Strom sein Auto verbraucht. Der ADAC Ecotest zeigte jedoch, dass der tatsächliche Stromverbrauch oft deutlich höher liegt als der vom Bordcomputer errechnete Wert – teilweise um bis zu 25 Prozent. Dadurch könnten auch die tatsächlichen Stromkosten deutlich höher ausfallen, als es die Herstellerangaben zunächst vermuten lassen.

Um den Realverbrauch der Fahrzeuge zu prüfen, testete der Autoclub 15 Elektroautos auf Grundlage des ADAC Ecotests, bei dem alle Fahrzeuge einen bestimmten Zyklus auf dem Prüfstand abfahren mussten. Nach Angaben des ADAC wurden außerdem alle Fahrzeuge mit einem Ladekabel des jeweiligen Herstellers an der gleichen Ladestation (Wallbox mit einer Leistung von 22 Kilowatt) bei gleicher Temperatur geladen.

Elektroauto-Vergleich ergibt: Abweichung bei Tesla am höchsten

Die Angaben des Bordcomputers wichen im Test – je nach Fahrzeug – um 10 bis 25 Prozent vom tatsächlichen Stromverbrauch ab. Am nächsten kam der Bordcomputer dem Realverbrauch beim Kia e-Niro; hier betrug die Abweichung des Bordcomputers lediglich 9,9 Prozent. Gleich danach folgte der BMW i3 mit 12,2 Prozent und der Audi e-tron mit 14 Prozent.

Bei vielen populären Stromer-Modellen lagen die Berechnungen der Bordcomputer sogar noch weiter daneben: so wich der tatsächliche Stromverbrauch beim VW e-up um 15,8 Prozent ab, beim Renault ZOE betrug die Differenz ganze 19 Prozent. Auf dem zweiten Platz rangierte der Seat Mii electric mit 20,8 Prozent.

Am höchsten war die Abweichung mit 24,9 Prozent jedoch beim Tesla Model 3 LR, der damit deutlich schlechter abschnitt als das Tesla Model 3 SR+ (18 Prozent Abweichung).

Abweichungen haben verschiedene Ursachen

Laut Ralf Petri, Leiter des Geschäftsbereichs Mobility beim Verband der Elektrotechnik (VDE), kommen die Abweichungen zwischen berechneten und realen Stromverbrauch beim Elektroauto durch verschiedene Ursachen zustande. Ein Grund ist etwa die Messgenauigkeit der Computer: "Bordcomputer haben eine Toleranz und sind nicht zu 100 Prozent genau, ähnlich wie ein Tacho", erklärt Petri.

Gleichzeitig wird auch nicht der gesamte Strom für den Antrieb des Fahrzeugs aufgewendet, sondern auch für Nebenaggregate wie das Bordradio oder das Heizen und Kühlen der Batterie. Dabei ist es vom jeweiligen Hersteller abhängig, ob diese Werte vom Bordcomputer bei der Berechnung des Verbrauchs berücksichtigt werden. "Das führt zu erheblichen Schwankungen bei der Differenz zwischen Bordcomputerangabe und realem Stromverbrauch", so Petri.

Aus diesem Grund sage die Differenz zwischen Realverbrauch und Bordcomputerangaben laut Petri auch nichts über die Qualität der Fahrzeuge aus, sondern lediglich darüber, wie viele Werte bei der Berechnung durch den Bordcomputer miteinbezogen werden.

Ladeverluste sollen separat angegeben werden

Auch Ladeverluste beeinflussen laut Petri den Stromverbrauch eines Elektroautos: "Beim Laden entstehen immer Verluste, bei Elektroautos ist das aufgrund der Strommenge im Gegensatz zum Smartphone ein relevanter Wert". Der ADAC fordert Hersteller deshalb auf, die Ladeverluste bei den technischen Angaben mit aufzuführen und sich um die Entwicklung effizienterer Ladesysteme zu bemühen.

Quellen

https://www.gruender-welt.com/mehr-als-nur-nachwachsender-rohstoff-wirklich-nachhaltige-moebelproduktion/

https://www.filzgleiter.de/nachhaltige-moebel/

https://www.autozeitung.de/elektroauto-verbrauch-stromkosten-196795.html

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