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Überblick

Retro-, Vintage- oder Antik-Möbel – was ist wirklich nachhaltig?

Lebensmittel, Kosmetik, Kleidung – mit all diesen Dingen verursachen wir jeden Tag Müll. Auch Möbel belasten auf ihrem Weg vom Rohstoff bis zur Entsorgung die Umwelt. Das zunehmende Umweltbewusstsein unserer Gesellschaft könnte also durchaus ein Grund dafür sein, dass der Retro-Look nicht nur in Sachen Mode voll im Trend liegt. Denn unnötiger Müll sowie CO2-Emissionen bei der Neuproduktion lassen sich schließlich immer noch am besten vermeiden, indem man einfach die Möbel verwendet, die schon da sind und nicht erst neu gefertigt werden müssen! Immer mehr Menschen steigen deshalb auf eine nachhaltige Einrichtung aus dem Second Hand Shop um. Doch Vintage ist nicht gleich Vintage: wir erklären dir, wo der Unterschied zwischen Retro-, Vintage- und Antik-Möbeln liegt:

Was sind Retro-Möbel?

Sowohl im Bereich Mode als auch im Interior Design wird bereits seit Jahren mit der Bezeichnung „Retro“ geworben. Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff „rückwärts“ oder „zurück“ und soll so ganz bewusst einen Bezug zur Vergangenheit herstellen. Denn mit Retro-Produkten sollen markante Designs aus früheren Stilepochen wieder aufgegriffen werden. Retro-Möbel sehen also aus wie ein altes Möbelstück; es handelt sich jedoch um komplett neue, unbenutzte Stücke, wie man sie im Möbelhaus um die Ecke kaufen kann. Besonders beliebte Beispiele für Retro-Einrichtungstrends sind beispielsweise Sideboards im Stil der 50er, 60er und 70er Jahre oder Tische mit Hairpin Legs.

Besonders nachhaltig sind Retro-Möbel – zumindest neu gekauft – allerdings nicht, wenn diese nicht gerade aus umweltfreundlichen oder recycelten Materialien hergestellt wurden.

Was sind Vintage-Möbel?

Echte Vintage-Möbel geben im Gegensatz zur Retro-Variante nicht nur vor, aus einer anderen Zeit zu stammen, sondern wurden tatsächlich in der Epoche produziert, durch deren Stil sie sich auszeichnen. Besonders häufig finden sich in den 50ern und 70ern produzierte Möbelstücke, aber auch Art-Déco-Modelle aus den 1920er-Jahren könnt ihr mit etwas Glück im Second-Hand-Laden eures Vertrauens entdecken.

Hier eine Macke in der Holzoberfläche, da ein Kratzer, vielleicht sogar ein fehlendes Teil – aufgrund ihres hohen Alters können die Möbelstücke durchaus die ein oder andere Macke aufweisen. Für viele Vintage-Liebhaber macht jedoch genau das den Charme der Second-Hand-Möbel aus, schließlich dienen diese als eine Art materialisierter Zeitzeuge. Oft werden für die gebrauchten Nierentische, Ohrensessel und Lampen auf Flohmärkten deshalb hohe Preise gezahlt. Unabhängig davon ob es sich um Designerentwürfe oder unbekannte Kreationen handelt, zeichnen sich viele Vintage-Möbel durch einen gleichermaßen originellen wie zeitlosen Stil, eine stabile Verarbeitung und eine langlebige Qualität aus, die sie zu einer echten, nachhaltigen Alternative zur Neuanschaffung macht.

Was sind Antik-Möbel?

Die Begriffe Antik-Möbel oder „Antiquitäten“ werden übergreifend für alle Möbel verwendet, die vor dem zweiten Weltkrieg entstanden sind. Es handelt sich im Grunde genommen einfach um sehr alte Vintage-Möbel, wie auch ihr Name schon vermuten lässt, denn dieser kommt buchstäblich von der lateinischen Bezeichnung für „alt“ (antiquus). Die Möbel zeichnen sich jedoch vor allem durch ihre Seltenheit aus, denn heutzutage existieren nur noch sehr wenige Modelle aus der Zeit des Klassizismus, Barocks oder der Biedermeier-Epoche – was auch die extrem hohen Preise erklärt, die für gut erhaltene oder restaurierte Stücke verlangt werden. Die oft zahlreichen dekorativen Verzierungen und massiven Konstruktionen bringen neben einem hohen Gemütlichkeitsfaktor schließlich auch ein echtes Stück Geschichte mit sich. Der Kostenfaktor macht sie jedoch für viele Menschen zu einer zwar nachhaltigen, jedoch wenig erschwinglichen Alternative zu neuen Möbeln.

Quellen

https://www.gruender-welt.com/mehr-als-nur-nachwachsender-rohstoff-wirklich-nachhaltige-moebelproduktion/

https://www.filzgleiter.de/nachhaltige-moebel/

https://www.myhomebook.de/inspiration/vintage-retro-antik-unterschied

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stock.adobe.com/JackF