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Rennlegende mit Elektromotor: Der Bisimoto 935 K3V

Eine Rennlegende der 1970er Jahre mit Elektromotor? Klingt ein bisschen wie Ananas auf der Pizza, oder? Doch genau das war das völlig absurde Konzept der kalifornischen Tuning-Schmiede Bisimoto beim „935 K3V“.

In der US-Drag-Race und Tuning-Szene ist Bisi Ezerioha eine lebende Legende. Der Gründer von Bisimoto Engineering ist berühmt-berüchtigt für seine wilden Tuning-Kreationen. Bisi, so viel ist sicher, ist jemand. der vor kaum etwas zurückschreckt. In Zuffenhausen können sie ein Lied davon singen. Denn der Ingenieur hat ganz eigene Ansichten, wie ein Porsche auszusehen hat.

Bereits mehrfach hat sich Bisi Fahrzeuge des schwäbischen Konzerns zur Brust genommen – und seine ganz eigenen Kreationen entwickelt. Einem Porsche 911er verpasste er zum Beispiel einen Hyundai V6-Motor. Ein Porsche Boxster wurde von einem 228 PS-Pkw in ein 500-PS-Moster verwandelt.

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Mit dem „935 K3V“ hat sich Bisi Ezerioha nun ein Denkmal gesetzt. Denn selbst für Bisimoto-Maßstäbe ist dieses Projekt außergewöhnlich. Und wenn sogar Bisi himself betont, dass dieses Fahrzeug das fortschrittlichste, gleichzeitig aber auch absurdeste Projekt sei, das jemals in seinem Unternehmen entstanden ist, dann sagt das einiges aus.

Old School meets New School

Für das bislang verrückteste Projekt knöpfte sich das Bisimoto-Team eine wahre Rennsport-Legende vor: Den Porsche 935, der im internationalen Motorsport der 1970er- und 1980er Jahre so erfolgreich war, dass die Konkurrenz am liebsten gar nicht gegen ihn angetreten wäre. Unter anderem konnte Klaus Ludwig, eine weitere Legende, mit diesem Wagen 1979 den Titel der Deutschen Rennsport Meisterschaft einfahren.

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Als Basis diente Bisimoto Engineering ein alter Porsche 911 Carrera, der komplett in seine Einzelteile zerlegt wurde. Eine spezialisierte Porsche-Werkstatt lieferte ein ganz besonderes Bodywork. Das nämlich des Porsche 935 K3. Der K3 des Kölner Rennteams Kremer Racing gewann 1979, unter anderem mit dem oben erwähnten Klaus Ludwig am Steuer, das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Bisimotos 935 verfügt über eine Karosserie, die mit eben jenen originalen Formen des Porsche 935 K3 aus dem Jahr 1979 hergestellt wurde.

Elektromotor mit 643 PS

So weit, so nah am Original. Doch beim Antrieb kannte Bisi kein Pardon: Ein Elektromotor musste her. Also entfernte das Team den alten Boxermotor gegen einen 637 PS leistenden E-Motor. Der sorgt für so einen nachhaltigen Vortrieb, dass dem Fahrer beim Beschleunigen die Spucke wegbleibt. Die elektrische Power stammt aus 12 Batteriezellen mit einer dann doch recht knapp bemessenen Gesamtkapazität von nur 32 kWh. Da hat der aktuelle Renault Zoe selbst in der Basisversion mehr Kilowattstunden an Bord. Dafür ist er aber auch nicht so schnell.

Fehlende Reichweite tauschte Bisimoto Engineering gegen ein geringes Gewicht. Das Batteriesystem mit der überschaubaren Reichweite ist so leicht, dass der Bisimoto 935 K3V insgesamt nur 1,2 Tonnen auf die Waage bringt. Verglichen mit dem Porsche-Elektrosportwagen Taycan oder dem neuen Audi RS e-tron GT ist der Bisimoto-Porsche über 1.000 Kilogramm leichter.

Spektakuläres Konzept – spektakuläres Design

Doch nicht nur das Design der Bisimoto-Kreation ist spektakulär, auch das Design hat es in sich. Karosserie und Felgen werden von den Farben Schiefergrau und Pink geziert – eine Anlehnung an die Farbgebung von „Gozzy Kremer Racing“, ein weiteres kultiges Rennteam der frühen 1980er Jahre.

Porsche mag mit seinem Taycan eine über viele Zweifel erhabenen Sportwagen auf die Räder gestellt haben. Der Bisimoto 935 K3V ist mit Abstand der, man verzeihe uns die saloppe Ausdrucksweise, deutlich geilere Elektro-Porsche.