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Nächster Plug-In-Hybrid-Sportler bei Ferrari: Der 296 GTB kommt mit 830 PS und rein elektrischem eDrive.

Nach dem SF90 Stradale präsentiert Ferrari jetzt den nächsten Sportwagen mit Plug-In-Hybrid-Antriebsstrang. Mit seinem Mittelmotorkonzept und V6-Motor tritt der Ferrari 296 GTB in die Fußstapfen des Ferrari Dino.

Der Dino 206 GT war 1967 der erste Serien-Ferrari in Mittelmotorbauweise mit hinter den Sitzen montiertem Motor. Mit seinem 180 PS leistenden V6-Motor war der Dino für Ferrari-Verhältnisse recht schwachbrüstig. So schwachbrüstig, dass er den Italienern offenbar fast peinlich war. In Maranello bemühten sie sich redlich, den Dino von den „echten“ Ferrari abzugrenzen. Der kompakte Mittelmotorsportler sei „klein, schnell, sicher (…) und fast ein Ferrari“. Aber eben kein echter. So erhielt der Dino weder Ferrari-Logo, noch das Cavallino Rampante.

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Ferrari 296 GTB soll eine neue V6-Ära einläuten

Anders beim Ferrari 296 GTB. Der erhält einen Hybrid-Antriebsstrang und ist mit über 800 PS aber – anders als der Dino Ende der 1960er Jahre – bärenstark. Im Mittelpunkt der Hybrid-Architektur steht ein neuer Sechszylinder-Motor, der eine neue V6-Ära bei Ferrari einläuten soll. Stolz teilt Ferrari in einer Pressemitteilung mit: „Dies ist der erste 6-Zylinder-Motor in einem Straßensportwagen des Cavallino Rampante“. Klar, der Dino zählt ja nicht…

Trotz der vorhandenen, obgleich ungeliebten V6-Vergangenheit, spricht Ferrari selbst von nicht weniger als einer Revolution. Der 120°-V6-Turbomotor leistet 663 PS und wird mit einem Plug-In-Elektromotor verbunden, der weitere 122 kW (167 PS) liefert. Systemleistung: Gewaltige 830 PS!

Der Elektromotor lädt die Hochspannungsbatterie auf, schaltet den Verbrennungsmotor ein und versorgt ihn mit zusätzlichem Drehmoment (bis zu 315 Nm) und Leistung. Zwischen den beiden Motoren befindet sich eine Kupplung, um die Aggregate entkoppeln und einen rein elektrischen eDrive-Modus ermöglichen zu können. In diesem fährt der Ferrari 296 GTB dank einer Hochspannungsbatterie mit einer Kapazität von 7,45 kWh immerhin 25 Kilometer ohne Unterstützung des Verbrennungsmotors.

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Der Ferrari 296 GTB kommt 2022 auf den Markt

Dank einer innovativen Konstruktion konnte bei der Batterie ein laut Ferrari „konkurrenzloses Gewichts- /Leistungsverhältnis“ realisiert werden. Für einen möglichst niedrigen Schwerpunkt befindet sich das Batteriepaket zudem unter dem Boden. Um Volumen und Gewicht zu minimieren, sind das Kühlsystem, die Struktur und die Befestigungspunkte in einer einzigen Komponente integriert. Die Zellmodule enthalten 80 in Reihe geschaltete Zellen. Alle Zellensteuergeräte sind direkt in den Modulen installiert, um Volumen und Gewicht zu reduzieren.

Kompaktheit und Gewichtsreduzierung waren auch beim E-Motor ein wichtiges Thema. Der sogenannte Axialflussmotor verfügt über zwei Rotoren und einen Stator. Ihre kompakte Größe und ihre Struktur ermöglichten es auch, die Länge des Antriebsstrangs zu reduzieren und somit auch den Radstand des 296 GTB zu verkürzen, was gut für die Agilität des 296 sein dürfte.

Der Ferrari 296 GTB soll Anfang 2022 auf den Markt kommen und knappe 270.000 Euro kosten.

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Bilder: Ferrari