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Überblick

Für mehr Durchblick: nachhaltige Brillen und Kontaktlinsen

Im Anbetracht der Klimakrise gewinnt eine nachhaltige Produktion sowie ein gewissenhafter Umgang mit Ressourcen immer mehr an Bedeutung. Auch vor Brillen und Kontaktlinsen macht diese Entwicklung keinen Halt: mittlerweile gibt es gleich mehrere Marken, die bei der Produktion der Gestelle auf ökologische Nachhaltigkeit achten. Wir verraten dir, wo du die umweltfreundlichen Sehhilfen findest.

Warum sind Brillen nicht nachhaltig?

Sowohl Gläser als auch die Fassung bestehen bei den meisten Brillen aus Kunststoff. Darüber hinaus kommen bei der Produktion Chemikalien wie Färbemittel und Weichmacher zum Einsatz. Ein effizientes Recycling entsorgter Brillen ist aus diesem Grund kaum möglich. Dabei werden Brillen im Durchschnitt alle drei bis vier Jahre gegen ein neues Modell ausgetauscht, während die alte Sehhilfe im Müll landet (und das, obwohl es auch möglich wäre, die gebrauchte Brille zu spenden.

Auch in Sachen Zubehör sieht es mit der Umweltfreundlichkeit nicht besser aus: Etuis bestehen ebenfalls oft aus Plastik, während Brillenputztücher häufig Polyester und Polyamide enthalten.

Glücklicherweise gibt es mittlerweile eine kleine, aber feine Auswahl an Optikern, die sich der Produktion nachhaltiger Sehhilfen verschrieben haben:

Geh auf Reisen mit Dick Moby

Düsseldorf, Buenos Aires und Miami – der niederländische Hersteller orientiert sich für die Namen seiner Brillenmodelle an Städten aus der ganzen Welt. Beim Herstellungsprozess setzen die Gründer Robbert und Tim auf recyceltes Material: wiederverwertetes Metall oder Bio-Acetat und Tinte, statt toxischen Weichmachern kommen bei der Produktion der nachhaltigen Sehhilfen zum Einsatz. Ein schöner Zusatz: auch die mitgelieferten Brillenputztücher werden aus recycelten PET-Flaschen hergestellt.

Brillen aus Zellulose von St. Eilen

Das Unternehmen aus Leipzig lässt seine Produkte in einer kleinen Manufaktur in Rathenau fertigen – selbstverständlich unter fairen Bedingungen. Für die Fassungen wird hier italienisches Cellulose-Acetat verwendet. Das ist eine Art Bio-Plastik, das aus Pflanzenresten, Baumwollfasern und Holzabfällen gewonnen wird. Das pflanzliche Material wird mithilfe von Essigsäure gesammelt, in Platten gegossen und anschließend weiterverarbeitet.

Auch die Gläser der St. Eilener Brillenmodelle kommen aus Rathenau: hier arbeitet das Unternehmen mit dem Hersteller Ophtalmica zusammen, der auf eine ökologische Glasproduktion setzt.

Hinaus aufs weite Meer mit Sea2See

Wie der Name schon verrät, geht es mit Sea2See hinaus ins weite Meer – hier fischt der Gründer François van den Abeele nämlich täglich für die Herstellung verwendeten Rohstoffe aus dem Wasser. Aus rund einer Tonne Plastikmüll und Fischernetzen fertigt Sea2See nach eigenen Angaben täglich zahlreiche hochwertige Brillengestelle und wurde dafür sowohl mit einer Peta- als auch einer Cradle-to-Cradle-Zertifizierung ausgezeichnet.

Nachhaltige Kontaktlinsen lassen noch auf sich warten

Wer aus Eitelkeit oder praktischen Gründen keine Brille tragen will, kann zwischen harten und weichen Kontaktlinsen wählen. Harte Kontaktlinsen bestehen aus Flourkabon oder robustem Silikon, das gegen Keime imprägniert werden kann und die Linsen sauerstoffdurchlässig macht. Weiche Modelle bestehen wiederrum zwar aus biokompatiblem Hydrogel und sind somit nicht nur angenehmer zu tragen, sondern auf den ersten Blick auch nachhaltiger – jedoch können sie in Sachen Langlebigkeit nicht mit harten Kontaktlinsen mithalten und müssen mitunter täglich gewechselt werden. Das verursacht ständig neuen Verpackungsmüll. Bio-Kontaktlinsen sind bisher jedoch noch nicht in Planung, so ein Statement des Optiker-Unternehmens Fielmann: Kontaktlinsen bestehen immer aus Kunststoffverbindungen, damit sie tragfähig sind. Diese Linsen sind wie Schwämme aus Plastik, die sich mit der Tränenflüssigkeit vollsaugen. Biologisch abbaubare Kontaktlinsen würden also dem gewünschten Verhalten im Auge widersprechen.

Wer Kontaktlinsen nachhaltig tragen möchte, sollte demnach also auf Modelle setzen, die möglichst lang genutzt werden können, um Müll zu vermeiden. In Sachen Ökobilanz steht jedoch nach wie vor die Brille noch an erster Stelle.

Quellen

https://www.oekoside.de/oeko/lebensmittel-avocados.php

https://www.otto.de/reblog/nachhaltige-kontaktlinsen-24210/#:~:text=Kon%C2%ADtak%C2%ADtlin%C2%ADsen%20sind%20lei%C2%ADder%20nicht%20wirk%C2%ADlich%20nach%C2%ADhaltig%2C%20und%20das,die%20mit%C2%ADtler%C2%ADweile%20aus%20vie%C2%ADlen%20recycel%C2%ADten%20Stof%C2%ADfen%20hergestellt%20wird.

https://utopia.de/ratgeber/nachhaltige-brillen/

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