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Fleischreduziertes Fleisch? Das hat es mit dem Hybrid-Fleisch von Aldi und Lidl auf sich!

Weniger Fleisch essen zu wollen, ist ein lohnenswerter Vorsatz – schließlich gilt die Reduktion des Konsums von tierischen Produkten als eine der effektivsten Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit. Aldi und Lidl wollen ihre Kund:innen nun durch den Verkauf von Hybrid-Fleisch beim Umstieg auf eine fleischreduzierte Ernährung unterstützen. Wir verraten dir, was es damit auf sich hat – und ob die absurd klingende Idee vielleicht tatsächlich Sinn ergibt.

Fleisch mit 40 Prozent weniger Fleisch

Fleisch mit 40 Prozent weniger Fleisch bei Lidl – beim Blick in das Prospekt des Discounters dürften sich wohl einige Menschen erst einmal die Augen gerieben haben. Tatsächlich bietet Lidl seit dem 10. Januar Fleischprodukte mit einem Obst- und Gemüseanteil von bis zu 40 Prozent an. Das Angebot richtet sich laut Aussage des Unternehmens vor allem an Kund:innen, „die ihren Konsum von tierischen Produkten und ihren ökologischen Fußabdruckverringern möchten, ohne komplett auf Fleisch zu verzichten“.

Aktuell befinden sich vier fleischreduzierte Produkte im Angebot des Discounters: Burger-Patties und Rinderhack mit Jackfruit, Geflügel-Fleischwurst mit Soja-Protein und Gemüse (in der Klassik-Version und mit Knoblauch-Geschmack) und Wiener Würstchen aus Hähnchen mit Möhren.

Lidl: nicht der einzige Anbieter für Hybrid-Fleisch

Das Discounter-Unternehmen ist nicht allein mit seiner Idee: Aldi zog noch in derselben Woche nach und verkaufte unter dem Namen „Iss Neu“ im Januar unter anderem die „fifty-f!fty Salami“ mit 50 Prozent weniger Fleisch. Das Konzept für den Foodtrend wurde jedoch erstmals von der Schweizer Supermarktkette Migros eingeführt. Diese verkaufte unter der Marke „The Mix“ schon 2021 Fleischprodukte mit Gemüse-Anteil. Wenig später gab auch der Lebensmittelhändler Rewe bekannt, unter dem Namen „Better half“ Bratwürste und Hackfleisch im gemischten Stil ins Sortiment aufzunehmen. Und auch der Discounter Netto kündigte bereits kurze Zeit danach die Marke „Less Meat“ an, die nach demselben Konzept funktioniert.

Was bringt das Hybridfleisch?

Der weltweite Fleischkonsum steigt und steigt – rund 60 Kilogramm Fleisch isst ein Deutscher im Jahr. Mehr als die Hälfte aller Anbauflächen hierzulande werden aus diesem Grund derzeit für die Herstellung von Futtermitteln für die Fleischproduktion genutzt. Deren Bewirtschaftung, die Haltung der Tiere sowie die Herstellung von Fleischprodukten und Verpackungen verbrauchen nicht nur unheimlich viel Wasser und sorgen für Wasserverschmutzung, sondern erzeugen auch massive CO₂-Emissionen.

Grundsätzlich spricht also eine ganze Menge für den Versuch, weniger Fleisch zu konsumieren – und auch für Unternehmen, die sich dafür einsetzen, dass ihre Kund:innen weniger tierische Produkte verzehren. Der Fleisch-Gemüse-Mix könnte definitiv dabei helfen, dieses Ziel zu erreichen und vielleicht sogar für einige Umweltfreunde den Umstieg auf eine vegetarische Ernährung erleichtern. Um wirklich eine nachhaltige Fleischalternative zu herkömmlichen Produkten darzustellen, sollte das verwendete Fleisch dennoch nicht aus konventioneller Massentierhaltung stammen – mindestens ein EU-Bio-Siegel sollten Gemüse-Salami und Co. aufweisen können. Aktuell sind zumindest die Produkte von Lidl mit Fleisch aus der Haltungsform 2 noch weit von diesem Ziel entfernt.

Quellen

https://www.umwelt-im-unterricht.de/hintergrund/fleischkonsum-umwelt-und-klima/

https://www.bw24.de/verbraucher/lidl-hybridfleisch-sortiment-fleisch-gemuese-mix-kuehlregal-umwelt-produkte-kunde-verbraucher-91222892.html

https://www.rtl.de/cms/discounter-bieten-jetzt-hybrid-fleisch-an-aber-was-ist-das-4896973.html

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stock.adobe.com / barmalini