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Der neue Cupra Leon Sportstourer ST e-Hybrid

Der neue Cupra Leon ist die Sportversion der neuen vierten Generation des Seat Leon, erstmals trägt er ein eigenes Marken-Badge. Es gibt eine „GTI“-Version des Cupra Leon (245 PS), die gewohnte Version mit 300 PS, wieder einen Allrad-Kombi und erstmals auch einen Plugin-Hybrid. Wir sind den neuen Cupra Leon gefahren, als Cupra Leon ST Plugin-Hybrid (e-Hybrid). Von Thomas Majchrzak

14.01.2021 • 11:45 Uhr

Exterieur

Seat Leon und Cupra Leon werden weiterhin im Seat-Stammwerk in Martorell bei Barcelona gebaut. Sie basieren auf der Plattform des neuen Golf 8. Der Fünftürer ist mit 4,37 m nun 8,6 cm länger, der Kombi ist mit 4,64 m gut 9,3 cm länger als der Vorgänger. Mit 2,69 m ist der Radstand um 5 cm gewachsen. Der VW Golf 8 im Vergleich dazu ist in den Dimensionen weitgehend gleich geblieben. Heißt: Der neue Leon ist nun im Radstand gut 5 cm länger als der VW Golf. Der Leon in der vierten Generation besitzt damit denselben Radstand wie der neue Skoda Octavia. Auch aerodynamisch wurde der Leon übrigens optimiert.

Der neue Cupra Leon Sportstourer ST e-Hybrid

Rein optisch ist der Cupra Leon in der Schnauze schlanker geworden, die Leuchten sind etwas flacher gestaltet und kommen direkt mit LED. Die Blinker ersetzen beim Blinkvorgang weiterhin die Tagfahrlichter, ein netter Effekt. Hat man die erweiterte LED-Option gewählt, bekommt man auch seitlich ein Puddle-Light, das auf die Straße neben der Tür projiziert. Typischerweise kommt am Exterieur die Cupra-Farbe Kupfer zum Einsatz. Der Cupra Leon startet direkt mit 19-Zoll-Felgen. Ein Leuchtenband in Voll-LED streckt sich über das gesamte Heck, beim Öffnen und Abschließen des Fahrzeugs erscheint dabei eine Lichtanimation. Der Plugin-Hybrid kommt mit Fake-Auspuff-Blenden, der TSI kommt mit einer zwei- oder vierflutigen Auspuffanlage.

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Interieur

Im Innenraum wurden fast alle echt drückbaren Knöpfe entrümpelt, es dominieren nun glatte Oberflächen mit kapazitiven Tastflächen zum Anwählen. Zentrum ist das Infotainment-System, das im Cupra Leon direkt in 10 Zoll Größe kommt, auch mit auto-interner Navigation. Alternativ zur Touchbedienung kann man eine Spracheingabe benutzen. Menüführung und Navigation sind zum Teil etwas umständlich, die Ladezeiten sind umfangreicher als in der Vorgänger-Generation. Apple CarPlay und Android Auto kommen serienmäßig als Smartphone-Anbindung, Apple CarPlay nun auch wireless. Passend dazu ist dann optional auch wireless charging erhältlich. Links kommen serienmäßig 10,25-Zoll-Digitalinstrumente, analoge Anzeigen gibt es nicht mehr. Man kann verschiedene Styles wählen und hat einen klaren Blick drauf. Ein Head-Up-Display ist nicht optional erhältlich, das bieten die Brüder Skoda Octavia, VW Golf und Audi A3.

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Der Cupra-Leon kommt serienmäßig mit Sport-Schalensitzen im Stoff/Kunstleder-Mix, sie sind komfortabel, langstreckentauglich und bleiben im Sommer kühl und im Winter warm.

Wie beim durchgehenden Leuchtenband am Heck zieht sich auch im Interieur ein Lichtband entlang, und zwar vor dem Armaturenbrett. Das sieht richtig stylisch und hochwertig aus. Diese LED-Ambientebeleuchtung variiert in der Farbe, je nachdem, welchen Fahrmodus man einlegt. Das Ambientelicht übernimmt dabei sogar Sicherheitsfeatures, es ist z.B. in den Toten-Winkel-Warner mit eingebunden. Die Exit Warning gibt eine Warnung, wenn sich Fußgänger oder Fahrradfahrer dem Fahrzeug von hinten annähern, wenn das Fahrzeug steht. Keyless entry sowie USB-Anschlüsse vorne und hinten sind Serie.

Der 5-Türer kommt weiterhin auf 380 l Kofferraum-Volumen, der Kombi kommt auf 617 l, das sind 30 Liter mehr als zuvor. Der Laderaum ist gut zugänglich, man kann die Sitze vom Laderaum aus entriegeln.

Motoren

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Benziner (TSI)
2,0 l 4-Zylinder mit 245 PS – 6,2 Sek. 0-100 km/h
2,0 l 4-Zylinder mit 300 PS
2,0 l 4-Zylinder mit 310 PS und Allrad (nur im ST / Kombi) – 0-100 km/h in unter 5 Sek.

Plugin-Hybrid (eHybrid)
1.4 l 4-Zylinder + Elektro mit 245 PS – 13 kWh Batterie – 6,7 Sek. 0-100 km/h (7,0 beim ST)
Nachladen mit max 3,6 kW AC
Elektrische Reichweite ca. max. 40 km
Einstiegspreis: 39.000 Euro, voll ausgestattet 47.000 Euro.

Der 300-PS-Benziner bekommt ein elektronisches Sperrdifferenzial an der Vorderachse, der Rest ein elektronisches.

Fahrverhalten

Der Schalthebel des Direktschaltgetriebes DSG ist nun deutlich kleiner und ermöglicht auch einen schnelleren Übergang beim Wechseln von Fahrmodus und Rückwärtsgang oder zurück, weil er via „shift by wire“ funktioniert, der Befehl-Austausch erfolgt also rein elektronisch. In der Tat spart man dadurch sogar Zeit beim Rangieren, weil die Gangwechsel so schnell erfolgen.

Das adaptive Fahrwerk DCC steht wieder optional zur Verfügung. Der Cupra Leon ist vorne 25 mm und hinten 20 mm tiefer als der normale Seat Leon – nur der Plugin-Hybrid behält aus Sicherheitsgründen die ursprüngliche Höhe. Das macht sich tatsächlich auch schon rein optisch bemerkbar. Und im Fahrverhalten sind die Plugin-Hybride dadurch etwas weniger sportlich aber dafür etwas komfortabler. Bei Skoda Octavia und Seat Leon kommt mit 150 PS Motorisierungen noch die Verbundlenker-Hinterachse und erst darüber / mit mehr PS die Mehrlenker-Hinterachse (damit auch beim PHEV und bei allen Cupra-Modellen). Und das DCC hilft jeweils bei der Komfortsteigerung.

Nun zum 1.4 TSI im Cupra Leon e-Hybrid mit Elektro-Boost. Hier kommen wir auf eine echte rein elektrische Reichweite von knapp 40 km im Winter. Das geht in Ordnung. Rein elektrisches Pendeln mit Lademöglichkeit ist somit also in vielen Fällen möglich. Zudem kann man beim Berg- und Talfahren dann die Rekuperation ausnutzen. Hat man die Batterie komplett leer gefahren, kommt der Benziner auf einen Minimal-Verbrauch von ebenfalls 6 l bis 7 l / 100 km mit Tempomat auf der Autobahn. Man fährt den Cupra Leon PHEV entweder im normalen Drive / D-Modus, dann rollt er mehr, wenn man den Fuß vom Gas nimmt. Oder man zieht den Automatik-Wählhebel noch eine Stufe zurück, dann kommt man in den S-Modus. Dann rekuperiert der Cupra Leon PHEV stärker, wenn man vom Gas geht. Allerdings ist das hier dann auch der Sport-Modus und nicht der reine Rekuperations-Modus B wie bei VW Passat und Skoda Superb. Das heißt: Der Benziner ist im Leon Plugin-Hybrid dann auch aktiver, spricht sofort an, man verbraucht mehr. Beide Antriebe sind gleichzeitig aktiv und es geht rasant nach vorne. Zwar ist der Cupra Leon Plugin-Hybrid eine halbe Sekunde langsamer als der reine Frontantriebs-Benziner, aber der Elektro-Boost steht immer sofort zur Verfügung. Auf nasser Fahrbahn heißt das aber auch, dass die Vorderräder etwas eigenwilliger werden können, wenn man es zu gut mit dem Gasepdal meint. Tritt man auf die Bremse, wird jeweils zuerst rekuperiert, wenn mehr Bremskraft erforderlich ist, kommen dann die echten Bremsen zum Einsatz. Nutzt man beide Antriebe, ergibt sich ein aufgeteilter Verbrauch, z.B. 3 l / 100 km Sprit und 15 kWh / 100 km Energieverbrauch. Wie genau das ausfällt, kommt dann ganz auf die Nutzung an.

Der Front Assist (Autonome Notbremse) ist serienmäßig und wurde im Funktionsumfang überarbeitet. Die ACC, die adaptive Geschwindigkeitsregelung, arbeitet in der höchsten Ausbaustufe bis 210 km/h, regelt prädiktiv die Geschwindigkeit vor Kreuzungen und Kreisverkehren, erkennt Verkehrszeichen und reagiert darauf und kann sogar vor einem nahenden Stauende warnen und darauf reagieren. Wenn man die hohe Ausbaustufe der Assistenzsysteme nimmt, den Travel Assist, ist das Lenkrad auch mit einer kapazitiven Funktion ausgestattet, erkennt also, ob der Fahrer seine Hände am Lenkrad hat und eben nicht über eine Bewegungserkennung. Das hilft dabei, dass man bei langer Geradeausfahrt keine Fehlermeldung erhält, obwohl man die Hände noch am Lenkrad hat. Eine Warnung wird ausgesprochen, sobald man seine Hände länger als 15 Sekunden nicht mehr am Lenkrad hat.

Abmessungen

Länge: 4,40 m (Hatch) / 4,66 m (Kombi)
Radstand: 2,69 m
Breite: 1,80 m
Höhe: 1,45 m

Fazit

Der neue Cupra Leon ist in der Länge gewachsen und bietet durch den längeren Radstand, der nun identisch mit dem des Skoda Octavia ist, mehr Platz im Innenraum, gerade im Fond. Der Cupra Leon ist optisch wieder sportlicher als der Golf GTI, zeichnet sich jetzt aber eben mehr durch die etwas anderen Dimensionen ab. Der Innenraum ist stärker digitalisiert, was auch heißt: Weniger einfach zu bedienende Knöpfe, dafür mehr Funktionen im Infotainment-Screen – dafür aber auch komplizierter und langsamer in der Software. Interessant ist die Erweiterung des Portfolios mit einer „GTI“-Variante mit weniger PS und dem Plugin-Hybriden. Hier kann man gerade bei Dienstwagen mit privater Versteuerung massiv Steuern sparen. Der Cupra Leon Plugin-Hybrid ist etwas weniger sportlich als die reinen Verbrenner-Varianten, macht aber dennoch Fahrfreude und hat mehr Komfort. Gegenüber der Seat-Version des Leon gibt es wegen der großen 19-Zoll-Felgen weniger Komfort, aber sportlicheres Fahrverhalten.